Politik

Ex-Vizekanzler ist " traurig" Die SPD bringt Sigmar Gabriel auf die Palme

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Sigmar Gabriel ist mittlerweile als Vorsitzender der Atlantik-Brücke tätig.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Lage der Sozialdemokraten macht den ehemaligen Parteichef Sigmar Gabriel "wehmütig und traurig", wie er im Podcast "Woran glaubst Du?" verrät. Der Ex-Vizekanzler und frühere Außenminister wirbt außerdem dafür, das Verhältnis zu den USA neu zu definieren.

Sigmar Gabriel blickt "wehmütig und traurig" auf die Lage der Sozialdemokraten. "Ich hätte es nicht für möglich gehalten, dass die Politik insgesamt - oder speziell, was die SPD tut oder lässt - für mich mal so fern ist", sagt Gabriel im Audio-Now-Podcast "Woran glaubst Du?". Seine Partei mache "offensichtliche Fehler". Auf die Frage, welche drei Dinge ihn auf die Palme bringen, antwortet Gabriel: "S - P - D".

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Ex-Vizekanzler Sigmar Gabriel im Gespräch mit Kerstin Humberg und Heribert Prantl.

(Foto: Audio Now)

Die Wahrscheinlichkeit, dass die Sozialdemokraten auch Teil der nächsten Bundesregierung sein werden, sei "überschaubar groß", so Gabriel im Podcast. Es laufe auf ein schwarz-grünes Bündnis nach der Bundestagswahl im kommenden Jahr hinaus. Den Genossen rät der frühere Parteichef dazu, im Wahlkampf eine Idee zu entwerfen, wie Deutschland in zehn Jahren sein soll.

Gabriel selbst schaut mittlerweile auch nur noch nach vorn, verrät er im Gespräch mit Kerstin Humberg und Heribert Prantl. "Nach einer Weile hat man sich irgendwie abreagiert. Am Anfang ist man natürlich sauer, wenn es so läuft wie bei mir. Aber das ist dann irgendwann weg. Und ich bin auch niemand, der den Rest seines Lebens nach hinten gucken will."

Im Hier und Jetzt ist Sigmar Gabriel als Vorsitzender der Atlantik-Brücke tätig. Der Verein setzt sich seit 1952 für ein gutes deutsch-amerikanisches Verhältnis ein. Die Partnerschaft zwischen Deutschland und den USA sei jedoch "unwiderruflich vorbei, egal, wer da Präsident wird", findet Gabriel. Es gehe eher darum, die Partnerschaft neu zu definieren. Amerika werde "pazifischer und weniger europäisch". Über die Folgen müsse man reden und die Frage beantworten wie: "Was verbindet Amerika und Deutschland im 21. Jahrhundert?"

Gabriel warnt jedoch davor, "ausgerechnet als Deutscher amerikanische Wahlsysteme zu kritisieren". Die Amerikaner seien "jedenfalls länger eine Demokratie als wir und auch weniger durch Blut gewatet, bis sie eine hatten". Er prognostiziert, dass die USA "irgendwann feststellen werden", dass auch sie auf internationale Partnerschaften angewiesen sind. Über Donald Trump sagt der Ex-SPD-Chef im Podcast, der US-Präsident sei "ein Ergebnis der inneramerikanischen Entwicklung".

Größtenteils lobende Worte hat Gabriel für Angela Merkel übrig. Im Rückblick auf seine eigene Zeit in der Bundesregierung lobt er die Verlässlichkeit der Kanzlerin. Diese sei bei ihr "auch ein Machtprinzip". Merkel habe aus seiner Sicht "nicht viele politische Fehler" gemacht. Ihr Manko sei es jedoch, bei Personalentscheidungen häufig zu lange zu warten und dann oft danebenzuliegen.

Quelle: ntv.de, sks

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