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RTL/n-tv Trendbarometer Die SPD hat ihre Heimat verloren

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Auch in Nordrhein-Westfalen verliert die SPD deutlich an Zuspruch.

(Foto: picture alliance / Caroline Seid)

Dass die SPD in bayerischen Bergdörfern nichts zu erwarten hat - wen wundert's. Aber im Ruhrgebiet, der einstigen "Herzkammer" der Partei, auch dort bröckelt der Zuspruch massiv.

Die SPD hat auch in ihrer traditionellen Hochburg Nordrhein-Westfalen kaum noch Rückhalt. Wäre heute Bundestagswahl, dann würden nur 17 Prozent der Westfälinnen und Westfalen der SPD ihre Stimme geben. Mit neun Prozentpunkten Unterschied ist das ein harter Verlust im Vergleich zur Wahl 2017, als die SPD immerhin noch 26 Prozent der Wählerinnen und Wähler überzeugen konnte.

Die Landespartei würde nach dem jüngsten RTL/n-tv-Trendbarometer noch steiler abstürzen: Von 31,2 Prozent 2017 ginge es bei einer Landtagswahl jetzt runter auf 18 Prozent - in dem Bundesland, in dem Johannes Rau 1980 noch die absolute Mehrheit der Mandate und 1985 und 1990 auch die der Stimmen erzielen konnte.

Heute würde die absolute Mehrheit in Nordrhein-Westfalen schwarz-grün wählen. Mit 29 Prozent der Stimmen für die CDU (2017: 33 Prozent) und 24 Prozent für die Grünen (2017: 6,4 Prozent) würde es in Düsseldorf zum Regieren reichen, sogar recht entspannt.

Der mitgliederstärkste SPD-Landesverband ist alarmierend schwach, das Ruhrgebietsklischee aus Kohle, Stahl und Sozialdemokratie überholt. Vor einem Dreivierteljahr endete der Kohlebergbau, die Stahlproduktion kriselt. In der Großindustrie des Ruhrgebiets, wo mehr als ein Viertel aller Wahlberechtigten Nordrhein-Westfalens wohnen, hatte die SPD jedoch lange ihre Basis, es war die "Herzkammer" der Partei. Vom Engagement im Betriebsrat führte der Weg oft direkt in den SPD-Ortsverein. Doch zum einen scheinen die klassischen Arbeiterfragen hinter der Sorge um Klima und Wirtschaft zurückzutreten. Zum anderen glaubt man Antworten auf solche Fragen nicht mehr bei der SPD zu finden.

Während bundesweit die Partei bei einer Bundestagswahl an diesem Wochenende auf 13 Prozent käme, einen Prozentpunkt besser als in der Vorwoche, ist das Vertrauen in die politische Kompetenz sehr viel schwächer: Seit Wochen kommt die SPD bei der Frage, welche Partei mit den Problemen in Deutschland am besten fertig werde, nicht über vier Prozent aller Nennungen hinaus. Die Union halten 16 Prozent für die kompetentesten Problemlöser, gleichzeitig würden 25 Prozent der Befragten dort ihr Kreuz machen. Den Grünen vertrauen 15 Prozent in der Frage der Kompetenz, 24 Prozent wären bereit sie auch zu wählen. Deutlich über die Hälfte der Befragten, nämlich 54 Prozent, halten keine der politischen Parteien für kompetent genug im Kampf mit den Problemen in Deutschland.

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Quelle: n-tv.de, fni

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