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Nachtrag zum Trendbarometer Die SPD ist wirklich abgerutscht

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Ein Tippfehler führte zu Irritationen beim RTL/n-tv Trendbarometer. Die erhobenen Daten sind eindeutig: Nach Erscheinen des Interviews von Juso-Chef Kühnert verschlechterten sich die ohnehin nicht guten SPD-Werte noch.

Im wöchentlichen Trendbarometer von RTL und n-tv am vergangenen Montag sorgte der Wert der SPD für Aufsehen. Die Sozialdemokraten fielen um zwei Punkte von 17 auf 15 Prozent. Das Meinungsforschungsinstitut Forsa, von dem das Trendbarometer erhoben wird, hatte diesen Rückgang mit den jüngsten Äußerungen von Juso-Chef Kevin Kühnert begründet.

Forsa-Chef Manfred Güllner sagte am Montag, Kühnert habe mit seinen Kollektivierungsforderungen frühere SPD-Wähler ein weiteres Mal verprellt. Auch die eher verhaltenen Distanzierungen der SPD-Spitze hätten sich so ausgewirkt. "Die SPD verkennt wieder einmal, dass sie mit Umverteilungsthemen und einem prononcierten Links-Kurs noch nie eine Wahl hat gewinnen können."

Ein Fehler in den Angaben zum Erhebungszeitraum führte dazu, dass diese Interpretation angezweifelt wurde: Forsa schrieb, die Daten seien vom "9. April bis 3. Mai" erhoben worden. Hier fehlte eine Zwei: Tatsächlich wurden die Daten zwischen dem 29. April und dem 3. Mai erhoben.

Das Kühnert-Interview in der "Zeit" erschien am 1. Mai. Hätten die Wähler-Befragungen schon am 9. April begonnen, so wäre der Zeitraum, in dem Kühnerts Äußerungen bekannt waren, sehr kurz gewesen. Da die Forsa-Umfragen wöchentlich durchgeführt werden, war allerdings von vornherein klar, dass hier lediglich ein Tippfehler vorlag. Forsa habe selbstverständlich "wie seit mehr als 25 Jahren auch in der letzten Woche wieder jeden Tag (mit Ausnahme des Feiertages am 1. Mai) jeweils neu ausgewählte Wahlberechtigte befragt", teilt Güllner nun mit.

"Diese von Forsa als einzigem Institut in Deutschland seit einem Vierteljahrhundert vorgenommenen täglichen Befragungen mit der jeweils gleichen Befragtenzahl ermöglichen es, den Einfluss von Ereignissen unmittelbar zu messen - so auch in der letzten Woche", so Güllner weiter. "Die SPD-Werte lagen am Montag und Dienstag bei 17 beziehungsweise 16 Prozent und verschlechterten sich nach der Diskussion um Kühnerts Thesen am Donnerstag und Freitag auf 14 Prozent, sodass der SPD-Wert im Wochendurchschnitt (Montag bis Freitag) bei 15 Prozent lag."

Forsa werde nun beobachten, "ob sich die durch Kühnert eingetretenen Irritationen wieder gelegt haben oder ob sie weiter andauern".

Quelle: n-tv.de, hvo

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