Politik

Die ersten 100 für NATO-Brigade Stärkere Ostflanke: Bundeswehr stockt in Litauen auf

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Mit einer Fähre ging es für Soldaten und Soldatinnen sowie militärisches Material von Kiel nach Klaipeda.

(Foto: picture alliance/dpa)

Nach dem russischen Überfall auf die Ukraine beschließt die NATO eine weitere Verstärkung der Ostflanke. Deutschland soll hierfür eine Brigade von mehreren Tausend Soldaten führen. Die ersten 100 erreichen nun Litauen, dazu gibt es Details zu Zielen und Übungen.

Zur Stärkung der NATO-Ostflanke sind in Litauen die ersten Bundeswehrsoldaten und -Soldatinnen einer neuen Brigade eingetroffen. Rund hundert Soldaten der Panzergrenadierbrigade 41 und militärisches Material trafen mit einer Fähre aus Kiel in Klaipeda ein. Sie sollen dort einen vorgeschobenen Gefechtsstand aufbauen, um in Abstimmung mit den litauischen Streitkräften gemeinsame Ausbildungen und Übungen abzuhalten, wie die Bundeswehr auf Twitter mitteilte.

Damit leiste die Bundeswehr einen Beitrag zur taktischen Planung der gemeinsamen Bündnisvereidigung an der NATO-Ostflanke, hieß es weiter. Die Bundeswehr schaffe damit die Voraussetzungen, um bei einer Verschärfung der Bedrohungslage die Anteile der in Deutschland verbleibenden Brigade unverzüglich nach Litauen verlegen zu können.

Als Reaktion auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine hatte die NATO bei ihrem Gipfel in Madrid Ende Juni eine Stärkung der Ostflanke beschlossen. Deutschland stellte eine multinationale "Kampfbrigade" in Aussicht. Eine Brigade besteht aus rund 4000 Soldaten. Es komme nun darauf an, "mit hoher Flexibilität und Durchhaltefähigkeit für ein Jahr sichtbar Präsenz in Litauen zu zeigen" und die Übungen mit den Erfordernissen vor Ort zu koordinieren, sagte Brigadegeneral Christian Nawrat auf Twitter.

Die ersten Übungen noch im Herbst

Vor Journalisten in Klaipeda sagte er, die "Botschaft an unsere Verbündeten vor Ort an der Ostflanke" sei es, dass Deutschland sich engagiere, um dort die Sicherheit zu gewährleisten. Nach Angaben eines ranghohen Bundeswehrvertreters könnten die ersten Übungen im Oktober abgehalten werden.

Aktuell sind rund 1500 Bundeswehrsoldaten in Litauen stationiert. Die neue Brigade unter deutscher Führung soll zusätzlich zu dem multinationalen NATO-Kampfverband aufgestellt werden, den Deutschland in Litauen seit mehr als fünf Jahren leitet. Die meisten der Soldaten sollen dafür aber in Deutschland bereitgehalten werden.

Die NATO hat ihre Präsenz an der Ostflanke in den vergangenen Jahren verstärkt, vor allem seit der Annexion der ukrainischen Schwarzmeer-Insel Krim. 2017 begann sie mit der Verlegung von Soldatinnen und Soldaten in die baltischen Staaten und nach Polen. Nach dem Beginn des russischen Angriffskriegs in der Ukraine Ende Februar beschloss die NATO vier neue sogenannte Battlegroups in Bulgarien, Ungarn, Rumänien und der Slowakei.

(Dieser Artikel wurde am Sonntag, 04. September 2022 erstmals veröffentlicht.)

Quelle: ntv.de, mpe/AFP

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