Politik

Strack-Zimmermann bei Lanz "Die halbe Junge Union will kiffen"

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Marie-Agnes Strack-Zimmermann glaubt, die Cannabis-Legalisierung sei auch im Sinne des Unionsnachwuchses.

(Foto: imago images/Christian Spicker)

Der Cannabis-Konsum könnte bald erlaubt werden. Offenbar streben die Ampel-Parteien die Legalisierung an. In der verkürzten Markus-Lanz-Sendung bemüht sich FDP-Politikerin Strack-Zimmermann, die Argumente der Befürworter zu erklären. Das wirkt nicht ganz überzeugend.

Manchmal ist Fußball wichtiger. Das bekommt momentan Markus Lanz zu spüren. In Champions-League-Wochen ist seine Mittwochabend-Talkshow nur 45 Minuten lang und läuft auch noch ganz spät. Dann hat er nur zwei Gäste. Die hätten es in der Nacht zum Donnerstag im ZDF eigentlich recht leicht gehabt, eine informative Sendung hinzubekommen. Das gelingt Marie-Agnes Strack-Zimmermann von der FDP und CSU-Generalsekretär Markus Blume diesmal nur eine Viertelstunde lang, als es um die Legalisierung von Cannabis geht.

Zunächst wird aber erst einmal lustig über die Fehler der Union debattiert. Da hat der sonst so eloquente CSU-Generalsekretär nur wenig Chancen gegen die redegewaltige FDP-Frau, die zu den Dauergästen in der Markus-Lanz-Show gehört. Die Union sei führungslos, kritisiert sie. Darum habe man nach den ersten Sondierungsgesprächen lieber mit SPD und Grünen geredet.

"CSU hat ins Zelt gepinkelt"

"Wer hätte die Gespräche denn führen sollen, nachdem Sie Laschet in den Staub getreten haben?", fragt die FDP-Politikerin Markus Blume. Der erklärt, bei der Union habe es immer eine Führung gegeben. Im Falle von Jamaika-Gesprächen seien das Armin Laschet und Markus Söder gewesen. "Wir waren maximal abgestimmt in den Positionen", sagt Blume, und: "Wir haben uns ergänzt." Gelächter allenthalben bei Lanz und Strack-Zimmermann. Dann kommt es zum Wortgefecht über den Streit in der Union, an dem die FDP-Politikerin der CSU die Hauptschuld gibt:

Strack-Zimmermann: "Sie haben doch in Bayern so viel verloren. Bundesweit haben Sie weniger als fünf Prozent erreicht."

Blume: "Wir haben mehr als fünf Prozent."

Lanz: "Wie viel denn?"

Blume: "5,1."

Auf diesem Niveau geht es weiter, bis Strack-Zimmermann für das Verhältnis von CSU und CDU im Wahlkampf einen fast schon karnevalistischen Vergleich findet: "Es ist nicht schön, wenn Leute in einem Zelt sitzen, und dann steht einer davor und pinkelt rein. Besser ist es, wenn die, die drinsitzen, den einen reinholen, um dann gemeinsam raus zu pinkeln." Und der Zuschauer wundert sich und denkt: Nanu, ist das wirklich noch das ZDF?

Kurz zuvor wirkte Markus Blume reichlich angefressen, als Strack-Zimmermann die Trennung von CDU und CSU vorschlägt. Blume darauf: "Wenn wir in der Union eine Paartherapeutin brauchen, kommen wir gerne auf Sie zurück. Aber vielleicht brauchen Sie ja bald eine Paartherapeutin in Ihrer Ampelkoalition." "Nein, nein", lacht da die FDP-Frau. "Wir sind doch jetzt im flotten Dreier, das kriegen wir auch so hin." Der Tusch bleibt aus. Schade.

"Drogenschwarzmarkt ausbooten"

Dann wird es doch noch ernst, als Blume das Vorhaben der Legalisierung von Cannabis anspricht. Immer mehr junge Menschen würden kiffen, erklärt Strack-Zimmermann, selbst die halbe Junge Union. Blume kann das nicht gelten lassen und verweist auf die Situation in den Niederlanden, wo der Cannabis-Handel mittlerweile in den Händen krimineller Clans liege.

Das dürfe in Deutschland nicht passieren, stimmt Strack-Zimmermann zu. Man müsse Cannabis kontrolliert abgeben und auch die Apotheken mit ins Boot holen. Die sollten die Qualität der Drogen überwachen. So könne man den Schwarzmarkt ausbooten. Natürlich müsse Cannabis hoch versteuert werden, und mit dem Geld könne man dann Maßnahmen zur Suchtprävention fördern. Abgegeben werden dürfe die Droge nur an junge Menschen ab 18 oder sogar erst ab 21 Jahren. "Millionen Menschen konsumieren Cannabis illegal", resümiert Strack-Zimmermann - und fügt hinzu: "Wir dürfen junge Leute nicht kriminalisieren, die wir beim Kiffen erwischen."

Dann ist die Sendung plötzlich zu Ende. Und niemand kann die logische Frage stellen: "Warum eigentlich nicht?"

Quelle: ntv.de

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