Politik

"Passt bitte auf euch auf" Donald und Melania Trump mit Corona infiziert

Wenige Stunden nachdem die Erkrankung seiner engen Beraterin Hicks bekannt geworden ist, muss auch US-Präsident Trump verkünden: Er und seine Ehefrau Melania haben sich mit Sars-CoV-2 angesteckt. Seinem Leibarzt zufolge führt der 74-Jährige dennoch die Amtsgeschäfte "ohne Unterbrechung" weiter.

US-Präsident Donald Trump und First Lady Melania haben sich mit dem Coronavirus angesteckt. "Wir werden unsere Quarantäne und Erholung sofort beginnen. Wir werden das GEMEINSAM durchstehen", schrieb Trump auf Twitter. Die USA befinden sich auf der Zielgeraden zur Wahl am 3. November, bei der sich Trump um eine zweite Amtszeit bewirbt. Kurz zuvor hatte Trump bestätigt, dass seine enge Beraterin Hope Hicks positiv auf das Virus getestet wurde.

Nach Aussage von First Lady Melania sind sie und ihr Ehemann nach der Diagnose wohlauf. "Wie viel zu viele andere Amerikaner in diesem Jahr sind der Präsident der Vereinigten Staaten und ich in häuslicher Quarantäne, nachdem wir positiv auf Covid-19 getestet wurden. Es geht uns gut, und ich habe alle bevorstehenden Verpflichtungen abgesagt", schrieb die 50-Jährige auf Twitter. "Passt bitte auf euch auf, und wir werden alle gemeinsam da durchkommen", schrieb sie weiter.

Der Leibarzt des US-Präsidenten erwartet, dass Trump trotz seiner Infektion die Amtsgeschäfte "ohne Unterbrechung" weiterführen kann. Sollte Trump die Amtsgeschäfte nicht mehr ausüben können, stünde Vizepräsident Mike Pence bereit. Sean Conley erklärte in einer Mitteilung, die Trumps würden während ihrer Genesung im Weißen Haus bleiben. "Seien Sie versichert, dass ich erwarte, dass der Präsident während der Genesung weiterhin ohne Unterbrechung seinen Pflichten nachkommen wird." Er und das medizinische Team des Weißen Hauses würden wachsam sein. Conley machte deutlich, dass dem Präsidenten und der First Lady die Unterstützung einiger der "großartigsten" medizinischen Experten und Institutionen des Landes zur Verfügung stünden.

Im Umfeld von Trump hat es schon früher Corona-Infektionen gegeben. Hicks verbringt allerdings viel Zeit mit Trump und First Lady Melania. Die Beraterin hatte Trump in den vergangenen Tagen bei Wahlkampfreisen begleitet. Am Mittwoch saß die 31-Jährige mit ihm im Hubschrauber, als Trump von einem Auftritt im Bundesstaat Minnesota nach Washington zurückflog. Am Dienstag begleitete Hicks den Präsidenten nach Cleveland im Bundesstaat Ohio, wo dieser mit seinem Wahl-Herausforderer Joe Biden die erste von drei geplanten Fernsehdebatten führte. Dabei flog sie zusammen mit Trump in der Präsidentenmaschine Air Force One.

Biden für Atemschutz belächelt

Trump wird in der Corona-Pandemie immer wieder vorgeworfen, die Gefahr durch das Virus nicht ernstzunehmen. Zuletzt hatte der 74-Jährige wieder zahlreiche große Wahlkampfauftritte abgehalten. Sie fanden zwar unter freiem Himmel statt. Daran teilnehmen konnten aber Tausende Anhänger, die nicht verpflichtet sind, Masken zu tragen und größtenteils dicht an dicht stehen.

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Trump selbst trägt in der Öffentlichkeit meistens keine Maske. Das Weiße Haus begründete dies damit, dass der Präsident und sein Umfeld regelmäßig auf das Coronavirus getestet würden. In der TV-Debatte mokierte sich der Republikaner darüber, dass Biden so häufig einen Atemschutz trage. Trumps Sprecherin Kayleigh McEnany hatte das Tragen von Masken im Juni als "persönliche Entscheidung" bezeichnet und darauf verwiesen, dass sie regelmäßig getestet werde.

Anfang Mai war bekannt geworden, dass sich die Pressesprecherin von US-Vizepräsident Mike Pence, Katie Miller, angesteckt hatte. Ende Juli wurde der Nationale Sicherheitsberater im Weißen Haus, Robert O'Brien, positiv getestet. Die Corona-Pandemie ist in den USA noch immer nicht unter Kontrolle. Mehr als 7,2 Millionen Infektionen sind seit Beginn der Pandemie nachgewiesen worden. Mehr als 207.000 Menschen starben.

Quelle: ntv.de, fzö/dpa/AFP