Politik

Tschetscheninnen drehen Spieß um Drei Frauen hauen den IS übers Ohr

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Eine Frau schaut auf einem Computer eine Internetseite mit IS-Proganda an. Der abgebildete Kämpfer hält ein möglicherweise illegal erbeutetes G36-Gewehr im Anschlag. Für welche Seite dieser kämpft, geht aus den Informationen nicht hervor.

(Foto: picture alliance / dpa)

Der Islamische Staat versucht, im Internet Kämpfer für seinen grausamen Feldzug zu rekrutieren. Zum Beispiel in Tschetschenien. Doch dort drehen drei Frauen den Spieß um und prellen die Terroristen um mehr als 3000 US-Dollar.

Drei junge Frauen aus Tschetschenien haben den Islamischen Staat um ein paar Tausend Euro geprellt. Wie die russischen Sender "Life News" und "Russia Today" berichten, gaben sie sich als Sympathisantinnen der Terrormiliz aus. Sie behaupteten, sich dem IS in Syrien anschließen zu wollen. Es fehle ihnen bloß das Geld, um dorthin zu reisen.

Kein Problem für die Terroristen - sie überwiesen insgesamt anonym 3300 US-Dollar, um die Ausgaben zu decken, wie es hieß. Doch die Trickbetrügerinnen nahmen das Geld und behielten es einfach. Nach Syrien wollen sie nicht reisen. Sie hatten über ein soziales Netzwerk Kontakt zu IS-Angehörigen hergestellt und Interesse signalisiert. Nachdem sie das Geld erhalten hatten, meldeten sie den Account gleich wieder ab und stellten den Kontakt ein. Offenbar hatten sie mit dieser Masche mehrmals Erfolg.

Damit drehten sie gewissermaßen den Spieß um. Denn die Terroristen rekrutieren viele neue Kämpfer über das Internet. Zu den Zielgebieten der Rekrutierer gehört auch das muslimisch geprägte Tschetschenien.

Für die drei Frauen endete ihr Betrug allerdings nicht mit einer Auszeichnung, sondern mit einer Festnahme. Wegen des Kontakt zur Terrormiliz und der Geld-Überweisung mussten sie sich den Fragen der Polizei stellen. Ob sie mit strafrechtlichen Konsequenzen zu rechnen haben, geht aus den Berichten nicht hervor.

Ob die drei jungen Frauen wirklich so gerissen sind, wie es in den Berichten erscheint, ist allerdings nicht ganz klar. Eine von ihnen habe tatsächlich überlegt, mit dem Geld nach Syrien zu reisen. "Viele meiner Bekannten sind gegangen", sagte sie "Life News", "aber ich kenne niemanden, für den es gut ausgegangen ist."

Quelle: ntv.de, vpe