Politik

SPD-Chefin offen für Koalition Dreyer erwägt Bündnis mit Linkspartei

8aaed9a99bed81e446a90e70f2f2cc28.jpg

Die kommissarische SPD-Chefin Malu Dreyer hält ein Bündnis mit der Linkspartei für möglich.

(Foto: dpa)

Zusammen mit Manuela Schwesig und Thorsten Schäfer-Gümbel leitet Malu Dreyer kommissarisch die SPD. Nun sagt sie, dass sie ein Bündnis mit den Linken auf Bundesebene nicht ausschließe. Die Linken finden die Idee ebenfalls gut.

Die kommissarische SPD-Vorsitzende Malu Dreyer hat sich offen für eine Koalition mit der Linkspartei auf Bundesebene gezeigt. "Sollte es eine Mehrheit links von der Union geben, müssen wir das Gemeinsame suchen und das Trennende analysieren", sagte die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Unser Anspruch muss sein, ein Bündnis anzuführen."

"Natürlich hat die Linkspartei teilweise Positionen, die wir nicht teilen", führte Dreyer aus. "Einige sind für uns auch nicht verhandelbar, aber Koalitionspartner sind nie das gleiche wie man selbst. Dann muss man sich eben verständigen." Sie sei "gespannt" auf Rot-Rot-Grün in Bremen.

Auf Bundesebene sei die SPD "gerade in einem sehr schlechten Zustand", räumte Dreyer ein. "Unser Ziel bleibt selbstverständlich, dass wir wieder zu Mehrheiten finden jenseits der CDU. Eine Große Koalition kann nie eine Dauerlösung sein." In Umfragen liegt die SPD derzeit unter 15 Prozent.

Nach dem Rücktritt der früheren SPD-Chefin Andrea Nahles leitet Dreyer zusammen mit Manuela Schwesig und Thorsten Schäfer-Gümbel kommissarisch die SPD. Im Dezember soll ein Parteitag einen neuen Parteichef oder eine Doppelspitze wählen. Dann soll auch eine Halbzeitbilanz der großen Koalition gezogen und damit über den Verbleib im Bündnis mit der Union entschieden werden.

Bei den Linken stoßen die Aussagen von Malu Dreyer auf Zustimmung. Linke-Chefin Katja Kipping sagte: "Die Äußerung von Malu Dreyer macht Hoffnung darauf, dass nach der kommenden Bundestagswahl konstruktive Gespräche über neue linke Mehrheiten möglich sind." Kipping ergänzte: Mit einer starken Linken und einer hoffentlich wieder erstarkenden SPD könne man gemeinsam dafür sorgen, "dass soziale Gerechtigkeitsthemen wie Arbeit, Rente und Gesundheit nicht von einer schwarz-grünen Mehrheit untergebuttert werden". Die Große Koalition sei am Ende. "Der kommende Bundestagswahlkampf, wann immer er stattfindet, wird von der Frage geprägt sein: Was folgt auf die Große Koalition?"

Quelle: n-tv.de, kpi/rts/dpa

Mehr zum Thema