Politik

"Gut organisiert und koordiniert" Dutzende Flüchtlinge stürmen Eurotunnel

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Rund 3000 Flüchtlinge kampieren bei Calais.

(Foto: REUTERS)

Mit aller Macht versuchen dutzende Flüchtlinge am Morgen von Nordfrankreich nach Großbritannien zu gelangen. Sie stürmen den Tunnel unter dem Ärmelkanal, was vor allem für die Reisenden Konsequenzen hat.

Mehr als 100 Flüchtlinge sind in der Nacht in den Eurotunnel zwischen Großbritannien und Frankreich eingedrungen und haben den Zugverkehr stundenlang lahmgelegt. Erst am Morgen konnten wieder Züge den Tunnel befahren. Laut der britischen Nachrichtenagentur PA stürmten die Migranten nachts die Gleise auf französischer Seite. Ein Firmensprecher sprach demnach von einer "gut organisierten und koordinierten Aktion". Die Polizei und andere Sicherheitskräfte seien im Einsatz.

Behördenangaben zufolge liefen die Flüchtlinge etwa 15 Kilometer durch den rund 50 Kilometer langen Tunnel. Dabei erlitten zehn Menschen, davon sieben Flüchtlinge, leichte Verletzungen.

In der nordfranzösischen Hafenstadt kampieren tausende Flüchtlinge. Viele von ihnen versuchen, gesetzeswidrig durch den Tunnel oder auf Fähren nach Großbritannien zu gelangen. Vor allem am Gelände um den Tunnel sind die Sicherheitsvorkehrungen massiv verschärft worden.

Seit Ende Juni kamen in der Region um Calais nach Behördenangaben 13 Flüchtlinge bei dem Versuch ums Leben, nach Großbritannien zu gelangen. Zuletzt wurde in der Nacht auf Mittwoch ein Flüchtling nahe dem Eurotunnel von einem Frachtzug überfahren. Mitte September wurde ein Flüchtling durch einen Stromschlag getötet, als er auf einen Frachtzug klettern wollte.

In Calais sitzen mehr als 3000 Flüchtlinge fest, die meisten von ihnen aus Ostafrika, Syrien und Afghanistan. Sie hoffen, auf Fähren über den Ärmelkanal oder auf Zügen durch den Eurotunnel nach Großbritannien zu gelangen. Angesichts des Andrangs der Flüchtlinge wurden im Sommer die Sicherheitsmaßnahmen am Hafen und am Eurotunnelgelände drastisch verschärft.

Quelle: ntv.de, vpe/dpa/AFP