Politik

Brexit kostet Corona-Ausnahmen EU-Staaten verwehren Briten die Einreise

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Mit einem negativen Corona-Test ist es bei der Einreise in die Niederlande für Briten nicht mehr getan.

(Foto: imago images/Hollandse Hoogte)

Mit dem Jahreswechsel tritt Großbritannien aus dem EU-Binnenmarkt aus und besiegelt damit endgültig den Brexit. Damit entfallen aber auch alle Reiserechte, die trotz Corona-Krise gültig waren. Einem Bericht zufolge weisen mehrere europäische Airlines nun britische Passagiere ab.

Die Niederlande haben im neuen Jahr bereits mehr als ein Dutzend britische Reisende an ihren Grenzen abgewiesen, weil mit dem Ende der Brexit-Übergangsphase an Silvester auch die vereinbarten Corona-Ausnahmen für nicht notwendige Reisen ausgelaufen sind. Das berichtet der britische "Guardian" unter Berufung auf den niederländischen Grenzschutz. Demnach wurden allein am Amsterdamer Flughafen Schiphol seit dem Neujahrstag 13 Briten unter Verweis auf die nun geltende Drittstaatenregelung die Einreise verwehrt.

Großbritannien war zum Jahreswechsel nach einer Übergangszeit von elf Monaten aus dem EU-Binnenmarkt ausgetreten und hatte den Brexit damit endgültig besiegelt. Um Mitternacht trat ein Post-Brexit-Abkommen in Kraft, das zahlreiche Handels- und Zollfragen regelt. Mit dem Jahreswechsel wurde Großbritannien aufgrund seiner hohen Infektionszahlen zudem von einer EU-weiten Reiseregelung ausgeschlossen, die Brüssel mit einer Handvoll Ländern geschlossen hatte, in denen das Coronavirus unter Kontrolle ist. Diese Vereinbarung erlaubt es unter anderem Menschen aus Australien, Neuseeland, Singapur und Südkorea aus touristischen Gründen in die EU einzureisen. Britische Staatsbürger müssen dagegen die Notwendigkeit ihrer Reise belegen, wenn sie die Grenze eines EU-Staates passieren wollen.

"Großbritannien kein sicheres Land"

"Alle Passagiere hatten einen negativen Corona-Test, aber sie haben die grundlegende Regel vergessen, dass es sich um eine notwendige Reise handeln muss", sagte ein niederländischer Polizeisprecher dem heimischen TV-Sender NOS. "Menschen aus sicheren Ländern dürfen die EU-Grenzen passieren, aber Großbritannien ist derzeit sicherlich kein sicheres Land." Das Land verzeichnete zuletzt fast 60.000 Neuinfektionen pro Tag. Insbesondere in London und im Süden Englands geraten die Krankenhäuser an ihre Belastungsgrenzen.

Nach Angaben des "Guardian" wurden viele Briten von der Regeländerung überrascht. Demnach musste die niederländische Airline KLM mehreren Passagieren bereits an britischen Flughäfen die Mitnahme verweigern, weil ihre Reise als "nicht notwendig" eingestuft wurde. Zu ähnlichen Vorkommnissen soll es bei spanischen und deutschen Fluggesellschaften gekommen sein.

Zu den "notwendigen" Gründen für eine Reise zählen unter anderem dringende familiäre Gründe, schulische oder berufliche. Einige der betroffenen Passagiere aus Großbritannien wollten dagegen nur Amsterdam besuchen oder in den Skiurlaub fliegen.

Quelle: ntv.de, chr