Politik

"Als Waffe gegen uns genutzt"EU plant mehr Schutz vor Drohnen

11.02.2026, 12:07 Uhr
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Mit einer Registrierungspflicht soll künftig jede Drohne ihrem Besitzer zugeordnet werden können. (Foto: picture alliance / Sebastian Rau/photothek.de)

Immer wieder dringen unbekannte Drohnen in den Luftraum von Flughäfen oder Militäreinrichtungen in Europa ein. Oft steht Russland im Verdacht. Nun soll es schärfere Regeln und bessere Überwachung geben.

Nach zahlreichen Drohnenüberflügen über kritischer Infrastruktur in Europa im vergangenen Jahr hat die EU-Kommission einen Aktionsplan vorgestellt, um den Gefahren durch Drohnen zu begegnen. "Wir haben gesehen, dass alles als Waffe gegen uns genutzt werden kann", erklärte die EU-Technologiekommissarin Henna Virkkunen. Der Vorschlag sieht unter anderem strengere Vorgaben bei der Registrierung von Drohnen vor, sowie mehr Flugverbotszonen, ein EU-Drohnenlabel und eine stärkere Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft bei der Identifizierung und Abwehr unbemannter Flugobjekte.

"Drohnen- und Anti-Drohnen-Fähigkeiten sind zentrale Bausteine bei der Verteidigung Europas und der Sicherung kritischer Infrastrukturen", argumentierte Virkkunen anlässlich der Vorstellung des Aktionsplans in Straßburg.

Um den Luftraum über Flughäfen und andere kritische Infrastruktur zu überwachen, sollen dem Willen der Brüsseler Behörde nach auch 5G-Mobilfunknetze genutzt werden. Die Mobilfunknetze ermöglichen laut EU-Kommission eine präzise Echtzeitverfolgung von Flugobjekten und müssten daher angesichts der Bedrohungslage mitgenutzt werden. Manche Drohnen nutzen demnach SIM-Karten, wodurch sie entdeckt werden könnten.

Gesperrte Lauftraumzonen

Denkbar ist laut Vorschlag aber auch, 5G-Antennen als eine Art Radar zu nutzen - also von den Drohnen reflektierende Signale zu empfangen und auszuwerten. Zusammen mit Künstlicher Intelligenz sollen die 5G-Netze so auffällige Flugrouten ausmachen und Behörden alarmieren. Der Aktionsplan soll die militärischen Programme und Pläne in Europa ergänzen und fokussiert sich daher auf zivile Maßnahmen.

Im laufenden Jahr will die Brüsseler Behörde zudem ein Drohnensicherheitspaket vorstellen. Geplant ist laut hochrangigen EU-Beamten darin auch, dass Drohnen digitale Schranken einprogrammiert haben. Dafür sollen alle Mitgliedstaaten ihre Luftraumsperrzonen – etwa über Kraftwerken, Militäranlagen oder Flughäfen – einheitlich und digital kartieren.

Diese Karten sollen in den Drohnen gespeichert sein und es ihnen technisch unmöglich machen, in einen gesperrten Luftraum zu fliegen. Um jede Drohne einem Besitzer zuordnen zu können - und damit die Arbeit von Ermittlern zu erleichtern - soll demnach zudem eine Registrierungspflicht für Drohnen ab 100 Gramm eingeführt werden.

Flugverkehr gestört

Bei zahlreichen Sichtungen von Drohnen an europäischen Flughäfen im vergangenen Jahr musste oftmals der gesamte Flugverkehr eingestellt werden - so etwa in Berlin, Bremen, Hannover, Brüssel, Oslo, Kopenhagen oder auf Mallorca. Oft steht Russland im Verdacht, hinter den Aktionen zu stecken.

Nach Angaben der Bundesregierung haben Drohnensichtungen an wichtigen Einrichtungen in Deutschland seit Beginn des russischen Angriffskriegs in der Ukraine stark zugenommen. Um unerlaubt fliegende Drohnen künftig besser zu erkennen und unschädlich machen zu können, haben Bund und Länder in Berlin ein Gemeinsames Drohnenabwehrzentrum (GDAZ) eingeweiht.

Quelle: ntv.de, raf/dpa/AFP

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