Politik

Mittel könnte krebserregend sein EU verlängert Zulassung von Glyphosat

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Weiterhin erlaubt: Der Einsatz von Glyphosat

(Foto: dpa)

In der EU darf weitere fünf Jahre das umstrittene Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat verwendet werden. Umweltministerin Hendricks kritisiert, das Landwirtschaftsministerium habe ohne Absprache zugestimmt.

Die EU-Mitgliedstaaten haben die Zulassung des umstrittenen Unkrautvernichters Glyphosat um fünf Jahre verlängert. 18 der 28 EU-Länder stimmten für einen entsprechenden Vorschlag der EU-Kommission, wie eine Sprecherin der Behörde mitteilte. Sie werde die Entscheidung vor dem Ablauf der Glyphosat-Genehmigung Mitte Dezember umsetzen. Auch Deutschland votierte für die Verlängerung.

Der Wirkstoff wird seit 40 Jahren auf Feldern eingesetzt. Er ist Kernbestandteil in dem umsatzstarken Mittel Roundup des US-Saatgutriesen Monsanto, den Bayer für mehr als 60 Milliarden Dollar kaufen will.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks von der SPD kritisierte die deutsche Zustimmung als Vertrauensbruch. Sie habe noch am Montag gegenüber Landwirtschaftsminister Christian Schmidt von der CSU erklärt, sie sei "mit einer Verlängerung der Zulassung von Glyphosat weiterhin nicht einverstanden". Dennoch habe der Vertreter des Landwirtschaftsministeriums in Brüssel für eine Verlängerung gestimmt - wer an "Vertrauensbildung zwischen Gesprächspartnern interessiert" sei, könne sich so nicht verhalten.

In der EU wird seit Jahren über den weit verbreiteten Unkrautvernichter gestritten; wissenschaftliche Studien kamen zu unterschiedlichen Ergebnissen, ob Glyphosat krebserregend sein könnte oder nicht. Eine Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft Glyphosat als wahrscheinlich krebserregend ein.Untersuchungen von europäischen Lebensmittelsicherheits- und Chemiebehörden sowie aus Kanada und Japan bestätigen diesen Verdacht allerdings nicht.

Das Europaparlament hat sich zu dem Thema klar geäußert, obwohl es für die Entscheidung keine legislative Rolle spielt: Die Abgeordneten hatten sich Ende Oktober mit Mehrheit dafür ausgesprochen, das Herbizid bis zum Jahr 2022 schrittweise zu verbieten.

Quelle: ntv.de, rpe/dpa/AFP/rts