Politik

Auch aus Drittstaaten EU will allen Geimpften Einreise erlauben

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Der Vorschlag soll die Tourismusbranche ankurbeln.

(Foto: imago images/ZUMA Wire)

Geht es nach der EU-Kommission, sollen Geimpfte grundsätzlich wieder nach Europa einreisen können, unabhängig von der Corona-Lage in ihrem Heimatland. Auch soll es eine Notbremse für Drittstaaten geben. Doch die Entscheidung liegt letztlich in der Hand der EU-Staaten.

Deutlich mehr Touristen aus aller Welt könnten nach einem Vorschlag der EU-Kommission schon bald wieder in die Europäische Union einreisen. Die Brüsseler Behörde schlug vor, die Einschränkungen für nicht zwingend notwendige Reisen zu lockern. So solle vollständig Geimpften die Einreise grundsätzlich erlaubt sein - auch wenn die epidemiologische Lage in ihrer Heimat nicht gut ist.

Auch solle der Grenzwert für die Zahl an Infektionen in Drittstaaten, aus denen die Einreise problemlos möglich ist, erhöht werden. Derzeit dürfen Menschen nur aus sieben Nicht-EU-Staaten mit guter Infektionslage problemlos in die EU reisen.

Für den Fall, dass die Coronazahlen in einem Drittstaat vor allem wegen neuer Virusvarianten rasch zunehmen, schlägt die EU-Kommission eine Notbremse vor. Es sei Zeit, den europäischen Tourismus wiederzubeleben und grenzüberschreitende Freundschaften neu aufleben zu lassen, schrieb EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen auf Twitter.

Notfallzulassung der WHO als Maßstab

Dem Vorschlag der Kommission zufolge sollten all jene einreisen dürfen, die mindestens 14 Tage vor Einreise "die letzte empfohlene Dosis eines in der EU zugelassenen Impfstoffs erhalten haben". Dies könnte auch auf Impfstoffe ausgeweitet werden, die eine Notfallzulassung der Weltgesundheitsorganisation WHO erhalten haben. Denn "neueste wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass die Impfung erheblich dazu beiträgt, die Übertragungskette zu unterbrechen".

Kinder, die bislang von der Corona-Impfung ausgeschlossen sind, sollten laut Kommission gemeinsam mit ihren geimpften Eltern einreisen dürfen, wenn sie einen negativen PCR-Test haben, der nicht älter als maximal 72 Stunden ist.

Bei dem Papier der EU-Kommission handelt es sich um Vorschläge. Nun müssen die EU-Staaten darüber beraten. Die Entscheidung liegt letztlich bei ihnen. Schon zu Beginn der Pandemie hatten fast alle EU-Länder drastische Einreisebeschränkungen verhängt. Demnach sind alle nicht zwingend notwendigen Einreisen aus Drittstaaten in alle EU-Länder außer Irland sowie in die Nicht-EU-Staaten Schweiz, Norwegen, Liechtenstein und Island verboten. Ausnahmen gibt es nur für wenige Länder.

Quelle: ntv.de, mdi/dpa/AFP

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