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Nicht nur im Netz aktiv: Julian Assange auf dem Balkon der ecuadorianischen Botschaft.
Nicht nur im Netz aktiv: Julian Assange auf dem Balkon der ecuadorianischen Botschaft.(Foto: AP)
Dienstag, 18. Oktober 2016

Wikileaks-Gründer ohne Internet: Ecuador kappt Julian Assange die Leitung

Seit vier Jahren lebt Julian Assange in der ecuadorianischen Botschaft in London. Nun wird ihm überraschend das Internet abgestellt - ausgerechnet, nachdem Wikileaks gehackte E-Mails veröffentlicht, die Hillary Clinton schaden könnten.

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Wikileaks-Gründer Julian Assange hat nach Angaben der Enthüllungs-Plattform keinen Internet-Zugang mehr. Ecuador habe Assange, der Asyl in der Londoner Botschaft des Landes fand, am Samstag die Leitung gekappt, schrieb Wikileaks bei Twitter. Details - etwa zu einer möglichen Begründung - gab es nicht. Ecuadorianische Regierungskreise wollten sich dazu nicht äußern. "Ecuador wird Julian Assange weiter schützen und das 2012 gewährte politische Asyl aufrechterhalten", hieß es lediglich.

Am vergangenen Wochenende hatten Nachrichten vom Wikileaks-Twitter-Account, die wie Entschlüsselungs-Codes aussahen, kurzfristig Spekulationen über einen möglichen Tod von Assange ausgelöst. Die Nachrichten wurden dabei als eine "Lebensversicherung" für den Zugang zu Unterlagen interpretiert. Ähnliche Vermutungen hatte es auch gegeben, als vom Twitter-Profil des NSA-Enthüllers Edward Snowden eine Abfolge von Zahlen und Buchstaben gesendet worden war.

Wikileaks veröffentlicht gerade E-Mails, die von Hackern beim Parteivorstand der US-Demokraten erbeutet wurden. Einige der Enthüllungen könnten Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton schaden. Hinter dem Angriff vermuten die USA Hacker mit Verbindungen zum russischen Geheimdienst. Die Veröffentlichungen gingen am Montag weiter. Assange wies jedoch Vorwürfe zurück, mit Moskau gemeinsame Sache zu machen und Clintons Rivalen Donald Trump zu helfen.

Assange lebt seit über vier Jahren in der Botschaft Ecuadors in London. Er will sich einer Auslieferung nach Schweden entziehen, wo ihm sexuelle Vergehen vorgeworfen werden. Assange und seine Unterstützer erklären aber, es sei zu befürchten, dass er von Stockholm an die USA weitergereicht werden könne. Die Internet-Verbindung nutzte er unter anderem für Auftritte auf Konferenzen.

Quelle: n-tv.de