Politik

Reaktionen auf Nobelpreisvergabe "Ein Tribut für die Märtyrer"

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(Foto: AP)

Zuerst hält die Welt verdutzt inne. Natürlich ist der Träger des diesjährigen Friedensnobelpreises niemand, den die Buchmacher auf dem Zettel hatten. Dann kommt uneingeschränktes Lob für die Entscheidung des Nobel-Komitees in Oslo.

Der tunesische Gewerkschaftsverband UGTT, der zusammen mit drei weiteren Organisationen des Landes den diesjährigen Friedensnobelpreis erhält, hat die Auszeichnung den Opfern der Revolution gewidmet. Der Nobelpreis sei "ein Tribut für die Märtyrer" der Demokratie, sagte UGTT-Generalsekretär Houcine Abassi nach der Bekanntgabe der Entscheidung des Nobelkomitees. Vor allem die Anstrengungen der Jugend hätten es dem Land erlaubt, das Kapitel der Diktatur abzuschließen. Er lobte überdies die Bereitschaft der Parteien, "sich an den Tisch zu setzen und Lösungen für die politische Krise zu finden".

Auch Tunesiens Präsident Béji Caid Essebsi sieht den Preis nicht nur als Ehrung für das Quartett, sondern als eine Auszeichnung für "den Weg, den wir gewählt haben, nämlich einvernehmliche Lösungen zu finden". In einem auf seiner Facebook-Seite veröffentlichten Videoclip sagte er: "Tunesien hat keine andere Lösung als den Dialog, trotz der ideologischen Streitigkeiten."

Die beiden Preisträger des vergangenen Jahres, die pakistanische Kinderrechtsaktivistin Malala Yousafzai und Kailash Satyarthi aus Indien veröffentlichten persönliche Glückwünsche. "Danke, dass Ihr Euch für den Schutz der Demokratie engagiert", schrieb die 18-jährige Malala auf der Seite ihrer Stiftung "Malala Fund". Auch Satyarthi, der seit Jahrzehnten gegen Kinderarbeit kämpft, äußerte sich erfreut: "Herzlichste Glückwünsche an das tunesische Quartett für den nationalen Dialog zum Erhalt des Friedensnobelpreises 2015."

Weitere Reaktionen in Zitaten:

"Die Bundesregierung gratuliert den Mitgliedern des nationalen tunesischen Dialogquartetts herzlich (...) Es ist der verdiente Lohn für eine Arbeit an der Demokratie, für ein Festhalten an der Idee, dass ein Volk, das eine Diktatur abgeschüttelt hat, etwas besseres verdient als eine neue Diktatur."
Steffen Seibert, Sprecher der Bundesregierung

"Glückwünsche an das Quartett für den nationalen Dialog zum Nobelpreis. Nach einem Besuch in Tunesien im März verstehe und respektiere ich die Entscheidung."
Donald Tusk, EU-Ratspräsident

"Der Nobelpreis für das Quartett für den nationalen Dialog in Tunesien zeigt den Weg aus der Krise in der Region: nationale Einheit und Demokratie."
Federica Mogherini, EU-Außenbeauftragte

"Glückwünsche an das Quartett für den nationalen Dialog, die verdienten Gewinner des Friedensnobelpreises. Die Tunesier haben das Recht, stolz zu sein."
Martin Schulz, Präsident des Europäischen Parlaments

"Errungenschaften des tunesischen Volks mit dem Friedensnobelpreis belohnt. Lang lebe die tunesische Demokratie!"
Manuel Valls, französischer Premierminister

"Friedensnobelpreis für Tunesien: ein Vorbild und eine Hoffnung."
Laurent Fabius, französischer Außenminister

"Die nationale Versöhnung und die Achtung der Menschenrechte sowie Demokratie und Gewaltlosigkeit sind der richtige Weg."
Mohammed El-Baradei, ägyptischer Friedensnobelpreisträger und ehemaliger Chef der Internationalen Atomenergiebehörde

Quelle: ntv.de, nsc/dpa/AFP