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"Daniel, tu uns das nicht an" Einwohner an der Ostsee schlagen Alarm

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Millionen Besucher zieht es jährlich an die Küste. Sie sichern Arbeitsplätze in sonst eher kargen Regionen - so wie auf der Ostsee-Insel Fehmarn.

Millionen Besucher zieht es jährlich an die Küste. Sie sichern Arbeitsplätze in sonst eher kargen Regionen - so wie auf der Ostsee-Insel Fehmarn.

(Foto: dpa)

Die Ostsee ist bereits seit vielen Jahren in einem schlechten Zustand. Pläne, die Situation durch die Einrichtung eines Nationalparks zu verbessern, lösen bei manchen Küsten-Bewohnern jedoch Sorgen aus. Das wird bei einem Besuch von Ministerpräsident Daniel Günther besonders deutlich.

Gellende Pfiffe, laute Buhrufe und jede Menge Lärm - so haben mehrere Hundert Demonstranten Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther in Burg auf Fehmarn empfangen. Sie protestierten gegen die Pläne der Landesregierung zur Einrichtung eines Nationalparks Ostsee. Die Demonstranten sehen dadurch die Fischerei und vor allem den Tourismus auf Fehmarn gefährdet. "Ohne die Touristen können wir hier dichtmachen", sagte eine Teilnehmerin am Rande der Demonstration.

Protest-Insel Fehmarn. Auch gegen den Bau des Tunnels nach Dänemark wird dort seit Jahren mobil gemacht.

Protest-Insel Fehmarn. Auch gegen den Bau des Tunnels nach Dänemark wird dort seit Jahren mobil gemacht.

(Foto: dpa)

Zu dem Protest aufgerufen hatte die Initiative "Freie Ostsee", die seit Monaten gegen die Pläne kämpft. Darin haben sich unter anderem Campingplatzbetreiber, aber auch Vertreter der örtlichen Hafengesellschaft zusammengeschlossen. Die Demonstrierenden trugen große Fahnen mit Aufschriften wie "Mehr Schutz für die Ostsee: Ja - Nationalpark Ostsee: Nein". Andere machten ihrem Unmut auf handgemalten Pappschildern Luft. "Daniel, tu uns das nicht an" war zu lesen und "Existenzen - Auslöschung". Ein Landwirt aus der Region hatte seine Ablehnung sogar auf seinem Acker verewigt. "Daniel, wir wollen deinen Nationalpark nicht", stand dort in Großbuchstaben.

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Schleswig-Holsteins Umweltminister Tobias Goldschmidt von den Grünen will den schlechten Zustand der Ostsee mit der Einrichtung eines Nationalparks verbessern. Dazu will er verschiedene Schutzgebiete zwischen Flensburg bis östlich von Fehmarn zusammenführen. CDU-Politiker Günther sagte dazu: "Das Verfahren ist noch völlig offen, wir werden erst Ende 2023 einen Vorschlag vorlegen."

Viele der angestrebten Schutzziele werden nach Angaben der Veranstalter bereits durch bestehende Naturschutzgebiete weitgehend gesetzlich festgelegt. "Sie werden allerdings bislang unzureichend umgesetzt", sagte Klaus Osterkamp von der Initiative. Die dringendsten Probleme der Ostsee - Munitions-Altlasten, Erwärmung des Wassers, Lärmbelastung und zu viel Nährstoffgehalt - würden durch einen Nationalpark nicht gelöst. Die Gegner befürchten vor allem Einbrüche beim Tourismus, dem mit Abstand wichtigsten Wirtschaftszweig auf der Insel. Fehmarn hat im Jahr rund 300.000 Übernachtungsgäste.

Quelle: ntv.de, rog/dpa

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