Politik

"Gegenmaßnahmen"Elon Musk greift wegen Russland ins Starlink-System ein

01.02.2026, 10:04 Uhr
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Ein Soldat mit einem Starlink-Terminal. (Foto: IMAGO/Depositphotos)

Das satellitenbetriebene Starlink-System ermöglicht schnelle Internetverbindungen selbst in abgelegensten Gebieten. Für die ukrainische Armee ist es überlebenswichtig. Doch auch Russland verschafft sich Terminals und nutzt diese für Angriffe. Nun geht das Unternehmen SpaceX dagegen vor.

Im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine waren zuletzt vermehrt Starlink-Terminals aufgefallen, die von Kreml-Streitkräften auf Drohnen montiert wurden. Laut ukrainischen Angaben können diese so unter anderem manuell in Ziele gesteuert werden. Zudem sollen sie immun gegen elektronische Störmaßnahmen sein. Das Verteidigungsministerium in Kiew wandte sich angesichts dieser Problematik an die Betreiberfirma SpaceX von Elon Musk. Jetzt soll es erste Erfolge geben.

"Viele Nutzer des Satellitenkommunikationssystems Starlink in der Ukraine beobachten bereits die ersten Gegenmaßnahmen, die SpaceX auf Ersuchen des ukrainischen Verteidigungsministeriums ergriffen hat", schrieb Serhij "Flash" Beskrestnow, ein Berater des ukrainischen Verteidigungsministers Mychajlo Fedorow, auf Telegram. Er könne nicht alles öffentlich mitteilen, aber alle Maßnahmen würden darauf abzielen, die Bürger des Landes zu schützen.

Ein weiterer Berater, der frühere rechte Aktivist Serhij Sternenko, teilte zudem auf X mit: "Die Russen beklagen, dass die Starlink-Verbindung bei Geschwindigkeiten von über 90 Kilometern pro Stunde unterbrochen wird, was den Einsatz von Terminals auf gesteuerten UAVs wie 'Italmas' oder 'Molnija' unmöglich macht. Dies ist das Ergebnis der Zusammenarbeit des Verteidigungsministeriums mit SpaceX."

Auch Elon Musk meldete sich auf X. Dort schrieb er: "Es sieht so aus, als hätten die Schritte, die wir unternommen haben, um die unbefugte Nutzung von Starlink durch Russland zu stoppen, funktioniert."

Beskrestnow zufolge sind die aktuellen Lösungen temporär, bis es eine weitreichendere Lösung gibt. Er entschuldigt sich bei allen Ukrainern, die von den Maßnahmen betroffen sind. In der ukrainischen Armee ist das Starlink-System weitverbreitet. Nach Russland gelangen die Terminals in der Regel über Dritte. SpaceX ist kein Partner Moskaus.

Tote durch Drohnen mit Starlink-Terminals gemeldet

Das Institut für Kriegsstudien (ISW) schrieb, dass die Effizienz von russischen Molniya-2-Drohnen durch die Satellitenkommunikation erheblich gesteigert wurde. Auch die kürzlich in einen Passagierzug eingeschlagenen Shahed-Drohnen sollen mit Starlink-Terminals ausgerüstet gewesen sein. Es gab mindestens vier Tote.

Wenige Tage zuvor wurden laut Beskrestnow bei einem Angriff auf ukrainische Hubschrauber erstmals mit Starlink-Terminals bestückte Shahed-Drohnen von Russland eingesetzt. "Habe ich damit gerechnet? Ja. Habe ich davor gewarnt? Ja. Hat mir jemand zugehört? Nein", ärgerte sich der Drohnenexperte.

Die Ukraine erhielt Starlink bereits kurz nach Beginn des russischen Angriffskriegs. Die Armee ist in hohem Maße davon abhängig. Polen finanzierte das System und zahlte laut eigenen Angaben zwischen 2022 und 2024 für knapp 25.000 Terminals und den Zugang zum Satellitennetzwerk fast 77 Millionen Euro.

Quelle: ntv.de, rog

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