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Hochgefährliche EntwicklungRussen schrauben Elon Musks Starlink-System auf Shahed-Drohnen

26.01.2026, 18:49 Uhr
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Starlink
In diesem Video soll zu sehen sein, wie ein russischer Pilot eine Shahed-Drohne steuert und ein Ziel am Boden ins Visier nimmt (grünes Viereck). Dahinter ist ein brennendes Objekt zu sehen.

Mit Shahed-Drohnen terrorisiert Russland seit Jahren die Ukraine und versucht, die Waffe immer weiterzuentwickeln. Nun soll dies in einer Modifikation mit Starlink-Terminals gelungen sein. Ukrainische Experten sind alarmiert.

Die russischen Streitkräfte haben nach Einschätzung von Drohnenexperte Serhij "Flash" Beskrestnow bei einem Angriff auf ukrainische Hubschrauber erstmals mit Starlink-Terminals ausgerüstete Shahed-Drohnen benutzt. Dadurch könnten diese von Piloten manuell ins Ziel gesteuert werden, schrieb Beskrestnow auf Telegram. Er zeigte dazu ein Video, das wohl aus russischen Kanälen stammt und die Attacke zeigen soll.

"Habe ich damit gerechnet? Ja. Habe ich davor gewarnt? Ja. Hat mir jemand zugehört? Nein", ärgerte sich der Drohnenexperte, der kürzlich vom neuen ukrainischen Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow in dessen Beraterkreis aufgenommen wurde.

Nach dem Auftauchen einer BM-35 Drohne mit einem Starlink-Terminal Mitte des Monats teilte Beskrestnow mit: "Das ist ein großes Problem für uns. Drohnen mit dieser Art der Steuerung sind nicht anfällig für elektronische Kriegsführung und treffen unter der Kontrolle eines Piloten aus der Russischen Föderation ihr Ziel mit Sicherheit." Das Institut für Kriegsstudien (ISW) schrieb anhand von Berichten über mit Starlink ausgestattete Molniya-2-Drohnen, dass deren Effizienz aus dem Schlachtfeld erheblich gesteigert werde.

Experte setzt auf Gepard-Panzer

"Die einzige Möglichkeit, dem entgegenzuwirken, ist die Zerstörung", sagte der Luftfahrtexperte Walery Romanenko der Nachrichtenagentur Unian. Ein Landeplatz für Hubschrauber wie jener aus dem Video müsse von der Flugabwehr geschützt werden, forderte Romanenko. Er nannte in diesem Zusammenhang Gepard-Flugabwehrpanzer, welche die Ukraine aus Deutschland erhalten hatte. Diese haben laut Angaben aus Kiew eine enorm hohe Abschussquote gegen Shaheds und andere Drohnen.

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Ein Starlink-Terminal in der Ukraine. (Foto: picture alliance / Pacific Press)

Romanenko brachte weiterhin die Abschaltung von Starlink in einzelnen Zonen ins Spiel, aber "nicht das Internet allgemein". Die Ukraine setzt selbst massiv auf Starlink, die Kommunikation der Armee ist in hohem Maße davon abhängig. Großflächige Abschaltungen sind daher keine Lösung.

Das US-Unternehmen ist laut eigenen Angaben kein Geschäftspartner Moskaus. Russland beziehe die Terminals über "Dritte", also Privatpersonen oder private Unternehmen, sagte Romanenko. "Das heißt, sie können sie nicht massenhaft einsetzen."

Quelle: ntv.de, rog

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