Politik

Reaktionen zu Gauck-Entscheidung "Er war und ist ein großer Präsident"

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Erstes Paar im Staate - Präsident Gauck und seine Lebensgefährtin.

(Foto: imago/IPON)

Bundespräsident Gauck hat erwartungsgemäß seinen Verzicht auf eine Kandidatur für eine zweite Amtszeit erklärt. Die meisten Politiker würdigten seine Amtsführung.

Bundespräsident Gauck hat erwartungsgemäß seinen Verzicht auf eine Kandidatur für eine zweite Amtszeit erklärt. Er wolle für eine erneute Amtszeit von fünf Jahren "nicht eine Energie und Vitalität voraussetzen, für die ich nicht garantieren kann", sagt Gauck. Wie man das eigene Alter betrachte, das sei eine ganz individuelle, persönliche Frage. "Ich habe sie für mich nun so beantwortet." Die meisten Politiker würdigten seine Amtsführung.

Angela Merkel, CDU-Vorsitzende und Bundeskanzlerin:
"Er ist ein großer Präsident gewesen und ist es immer noch - mit Klarheit und vor allem mit absoluter persönlicher Integrität. (...) Er hat all das in die Tat umgesetzt, was er vor Amtsantritt versprochen hat." Über einen möglichen Nachfolger sagte Merkel: "Wir werden nicht nur zwischen CDU und CSU Gespräche führen. Sondern wir werden darüber hinaus auch Gespräche führen."

Horst Seehofer, CSU-Chef und bayerischer Regierungschef:
"Die CSU respektiert die Entscheidung des Bundespräsidenten und bedauert sie. Joachim Gauck hat eine herausragende Arbeit für unser Land geleistet. Er hat den Menschen Orientierung gegeben und sie zusammengeführt. Dafür danke ich ihm."

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Volker Kauder (CDU), Unionsfraktionschef:
"Wir sind dankbar für den Dienst, den der Bundespräsident bislang für unser Land geleistet hat. (...) Joachim Gauck ist ein Staatsmann, der das Land immer wieder zusammenführt,  der aber auch unserer Nation eine Richtung weist. Die Diskussion über die Nachfolge sollten alle politischen Parteien mit Ruhe und Bedacht führen."

Heiko Maas (SPD), Bundesjustizminister:
"Gauck hat mit hoher moralischer Integrität dem Amt des Bundespräsidenten seine Würde zurück gegeben."

Manuela Schwesig (SPD), Bundesfamilienministerin:
"Joachim Gauck ist ein sehr guter und äußerst bürgernaher Bundespräsident, der in der Bevölkerung große Sympathie genießt. Ich persönlich finde es schade, dass er 2017 nicht noch einmal antritt, aber ich habe Verständnis und großen Respekt für seine Entscheidung. Ich bin sicher, dass er die kommenden acht Monate weiterhin das Bild Deutschlands maßgeblich prägen wird - so, wie er es auch bisher getan hat."

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Thomas Oppermann, SPD-Fraktionschef:
Gauck sei "ein hervorragender Bundespräsident", der dem Amt Würde und Gewicht gegeben habe und "zu einer Identifikationsfigur" geworden sei.

Katja Kipping, Linke-Chefin:
"Die Entscheidung von Bundespräsident Joachim Gauck auf eine zweite Amtsperiode zu verzichten, stößt ein Fenster in diesem Land auf. Wir als Die Linke werden uns für eine parteiübergreifende Kandidatur im Zeichen von sozialer Gerechtigkeit und Weltoffenheit einsetzen. Gerade in diesen Zeiten brauchen wir zudem eine Person, die außenpolitisch versöhnliche Töne anschlägt. Wir stehen zu einer Verständigung über eine gemeinsame Kandidatur in diesem Sinne bereit."

Renate Künast (Grüne), Bundestagsabgeordnete:
"Hier schon mal herzlichen Dank für seine Arbeit. Er hat dem Amt auch Würde zurückgegeben."

Christian Lindner, FDP-Chef:
"Eine zweite Amtszeit von Herrn Gauck wäre mein Wunsch gewesen. Es geht jetzt nicht nur um eine vertrauenswürdige Persönlichkeit, sondern in politisch bewegten Zeiten auch um ein angemessenes Verfahren. Die taktische Nennung von tausend Namen bringt da nichts."

Reiner Haseloff (CDU), Sachsen-Anhalts Ministerpräsident:
"Für uns als Ostdeutsche war er auch ein Zeichen dafür, dass die deutsche Einheit damit auch gelungen ist. Auf der anderen Seite respektiere ich seine Entscheidung. Er ist 76 Jahre alt und muss persönlich für sich sehen, ob er eine volle Wahlperiode durchstehen würde."

Quelle: n-tv.de, jwu/rts/

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