Politik

US-Pastor in türkischer Haft Erdogan gibt sich bei Streit mit den USA stur

RTX6BDFN.jpg

Der türkische Staatspräsident Erdogan warnt die USA davor, einen "aufrichtigen Partner" zu verlieren.

REUTERS

Seit Ende 2016 wird der US-Pastor Andrew Brunson in der Türkei wegen Terrorvorwürfen festgehalten. Die USA wollen seine Freilassung notfalls mit Sanktionen erwirken. Doch Erdogan kümmert das nicht.

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat sich im Streit um den in der Türkei inhaftierten US-Pastor Andrew Brunson unnachgiebig gezeigt. Vor Sanktionsdrohungen des US-Präsidenten Donald Trump werde sein Land nicht zurückweichen, sagte Erdogan einem Bericht der Zeitung "Habertürk" zufolge. Zugleich warnte er: "Die USA dürfen auch nicht vergessen, dass sie - wenn sie ihre Haltung nicht ändern - einen starken und aufrichtigen Partner wie die Türkei verlieren."

Trump hatte am Donnerstag via Twitter mit "weitreichenden Sanktionen" gedroht, sollte Brunson nicht freigelassen werden. Der US-Pastor war im Dezember 2016 im westtürkischen Izmir wegen Terrorvorwürfen inhaftiert worden. Ein Gericht wandelte seine Untersuchungshaft am Mittwoch in Hausarrest um. Das heißt, er wurde aus dem Gefängnis entlassen, darf aber sein Wohnhaus nicht verlassen.

Brunson arbeitet seit mehr als zwei Jahrzehnten in der Türkei. Dem Pastor wird vorgeworfen, die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK sowie die Gruppe um den in den USA lebenden Prediger Fethullah Gülen unterstützt zu haben, die hinter dem gescheiterten Putsch vom Juli 2016 stehen soll. Bei einer Verurteilung drohen ihm bis zu 35 Jahre Gefängnis. Brunson hat die Vorwürfe zurückgewiesen. US-Außenminister Michael Pompeo und sein türkischer Amtskollege Mevlut Cavusoglu sprachen am Samstag nach Angaben des US-Außenministeriums über den Fall.

Erdogan wies nach Angaben von "Habertürk" hingegen Gerüchte über etwaige Absprachen zu Brunson zurück. Ein Gericht habe die Untersuchungshaft wegen gesundheitlicher Probleme Brunsons in Hausarrest umgewandelt. "Anstatt Respekt vor einer Gerichtsentscheidung zu zeigen", brächten die USA das Thema Sanktionen auf, sagte Erdogan demnach. Der Fall belastet die Beziehungen zwischen Ankara und Washington schwer.

Quelle: n-tv.de, fzö/dpa/rts

Mehr zum Thema