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Attentat in Utrecht Erdogan schaltet Geheimdienst ein

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Erdogan will herausfinden, ob die Bluttat in Utrecht ein Terroranschlag oder ein Familienstreit war.

(Foto: picture alliance/dpa)

Nach den tödlichen Schüssen im niederländischen Utrecht verdichten sich die Hinweise auf ein terroristisches Motiv. Verwandte des türkischstämmigen Verdächtigen vermuten allerdings einen Familienstreit hinter der Tat. Nun mischt sich Präsident Erdogan in die Ermittlungen ein.

Der türkische Geheimdienst ermittelt zu dem tödlichen Angriff im niederländischen Utrecht, nachdem dort ein aus der Türkei stammender Mann als mutmaßlicher Täter festgenommen worden war. Präsident Recep Tayyip Erdogan sagte in einem Interview mit dem Sender Ülke TV, der Geheimdienstchef sei dabei, die Informationen zu der Tat zu prüfen. Ziel sei es herauszufinden, ob es sich um einen Terroranschlag oder einen Familienstreit handelte.

Die niederländische Polizei hatte am Montag den 37-jährigen Gökmen T. wegen der Tat in einer Straßenbahn in Utrecht, bei der drei Menschen getötet und fünf weitere verletzt worden waren, festgenommen. Die niederländischen Behörden prüfen, ob es sich um einen Terroranschlag handelte, wollen aber auch einen familiären Hintergrund nicht ausschließen. Laut türkischen Medien sagten Verwandte, es sei vermutlich ein Familienstreit gewesen.

Die amtliche Nachrichtenagentur Anadolu zitierte Angehörige mit der Aussage, eines der Opfer sei ein Verwandter, die anderen seien zufällige Passanten gewesen. Der Vater des Verdächtigen sagte der türkischen Nachrichtenagentur DHA, er habe keinen Kontakt mit seinem Sohn, seitdem er nach der Scheidung von seiner Ehefrau 2008 in die Türkei zurückgekehrt sei. Sein Sohn sollte bestraft werden, wenn er schuldig sei, sagte der Vater.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hat der Festgenommene ein längeres Strafregister. Laut dem Lokalsender RTV Utrecht war er schon im Jahr 2013 in eine Schießerei verwickelt. Vor zwei Wochen habe er wegen des Vorwurfs, eine Frau 2017 vergewaltigt zu haben, vor Gericht gestanden, heißt es in niederländischen Medien.

Zeugen gaben unterschiedliche Hinweise zur Tat. Ein Augenzeuge sagte im NOS Radio, nach seinem Eindruck hatte es der Täter gezielt auf eine Frau abgesehen. Offen war auch, inwieweit ein zweiter Verdächtiger an der Tat beteiligt war. Er war am Montag – kurz vor T. – wegen Verdachts auf Totschlag mit einem terroristischen Motiv festgenommen worden.

Quelle: n-tv.de, hny/AFP/dpa

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