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Türkei düpiert Nato-Verbündete Erdogan und Putin bekräftigen Waffendeal

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Waffen einkaufen bei Putin? "Das ist unser Souveränitätsrecht", sagt Erdogan in Moskau und nimmt Streit innerhalb der Nato in Kauf.

(Foto: dpa)

Bei seinem Treffen mit Putin geht der türkische Präsident noch weiter auf Distanz zu den Nato-Verbündeten: Waffenkäufe aus Russland könne ihm keiner verbieten, sagt Erdogan. Sogar eine türkische Militäroffensive in Syrien will er mit dem Kremlchef bereden. Eine maximale Provokation in Richtung USA.

Ungeachtet heftiger Kritik aus den USA will die Türkei am Kauf russischer Waffensysteme festhalten. "Das ist unser Souveränitätsrecht", sagte Präsident Recep Tayyip Erdogan nach einem Treffen mit seinem russischen Amtskollegen Wladimir Putin in Moskau. "Niemand kann verlangen, dass wir darauf verzichten." Es gebe bereits einen Fahrplan zur Umsetzung des Kaufs. "Wir haben schon entsprechende Schritte unternommen."

Der Kremlchef betonte, die Lieferung nach Ankara habe nun Priorität. Putin warb dafür, dass die Rüstungsindustrien beider Länder enger zusammenarbeiten sollten. Das sei eine "ernsthafte Aufgabe". "Zunächst geht es aber darum, den Vertrag über die Lieferung der S-400-Raketensysteme an die Türkei abzuschließen." Es gebe mit Blick auf die Lieferung moderner russischer Militärtechnik weitere "vielversprechende Projekte", sagte der Kremlchef, ohne konkret zu werden.

Der Agentur Interfax zufolge sollen die vier Flugabwehrsysteme vom Typ S-400 umgerechnet rund 2,2 Milliarden Euro kosten. Die USA kritisieren dieses Waffengeschäft, weil damit die Türkei als Nato-Land russische Waffen kauft. Der türkische Ankauf des russischen Systems ist seit längerem ein großer Streitpunkt zwischen den USA und der Türkei. Washington fürchtet, dass Russland über das Abwehrsystem an sensible Daten über die Fähigkeiten der F-35-Jets gelangen könnte. Die US-Regierung will der Türkei stattdessen ihr Flugabwehrraketensystem Patriot verkaufen und hat die Lieferung weiterer Komponenten der F-35 an Ankara gestoppt.

Erdogan hatte dazu gesagt, Washington habe Ankara das US-Luftabwehrsystem Patriot angeboten, aber das Angebot sei nicht so vorteilhaft wie das russische. Die Lieferung der Abwehrraketen werde im Juli beginnen. Die Zahlungen an Russland liefen bereits.

Erdogan: Militäroffensive in Syrien in Vorbereitung

Vor dem Treffen mit Putin hatte Erdogan eine türkische Militäroffensive in Syrien ins Spiel gebracht. Darüber wolle er mit Putin sprechen, sagte Erdogan in Moskau. "Alle unsere Vorbereitungen sind abgeschlossen." Man könne "plötzlich" im Nachbarland Syrien einmarschieren - diese zuvor getroffene Aussage habe weiter Gültigkeit, sagte der türkische Präsident, ohne Details zu nennen. Die Türkei will in dem Bürgerkriegsland vor allem gegen die Kurdenmiliz YPG vorgehen. Bei dem Treffen gehe es um den von Russland geforderten Abzug der US-Truppen aus Syrien, hatte der Kreml zuvor mitgeteilt.

Weitere Themen der mehrstündigen Unterredung waren neben der Lage in Syrien auch Wirtschaftsthemen. Putin sprach von einer besonders engen Zusammenarbeit im Energiebereich. Die wichtigsten gemeinsamen Projekte seien der Bau der Gaspipeline Turkish Stream, durch die Ende des Jahres das erste Gas fließen soll, und der Bau des ersten Atomkraftwerks in der Türkei. Die von Russland gebaute Anlage Akkuyu soll 2023 zum 100. Jahrestag der Gründung der türkischen Republik in Betrieb gehen. Beide Projekte trügen dazu bei, dass die Versorgung mit Energie in der Region und europaweit gewährleistet werde, sagte Putin.

Am Abend wollen die beiden Staatschefs im Bolschoi Theater das russisch-türkische Kultur- und Tourismusjahr eröffnen. Gezeigt wird die türkische Opern-Ballett-Produktion "Troja". Zuletzt war Erdogan Mitte Februar in Russland.

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Quelle: n-tv.de, mau/dpa/AFP

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