Politik

14 türkische Soldaten getötet Erdogan verschärft Drohungen gegen Syrien

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Eine türkische Militärkolonne nahe der syrischen Provinzhauptstadt Idlib.

(Foto: AP)

Im Zuge der syrischen Offensive in der Provinz Idlib kommt es auch zu Gefechten mit türkischen Truppen. Präsident Erdogan verschärft nun seine Drohungen Richtung Damaskus. Sollten weitere türkische Soldaten zu Schaden kommen, werde man die Vergeltungsangriffe auf ganz Syrien ausweiten.

Die Türkei droht im Falle weiterer Angriffe Syriens auf türkische Soldaten mit Vergeltungsschlägen auch jenseits der umkämpften Rebellenhochburg Idlib. Wenn den türkischen Soldaten in ihren Beobachtungsposten oder anderen Orten "auch nur der kleinste Schaden zugefügt wird, dann werden wir ab heute die Kräfte des Regimes überall angreifen, ohne an Idlib oder die Grenzen des Sotschi-Abkommens gebunden zu sein", sagte Präsident Recep Tayyip Erdogan während einer Rede vor Mitgliedern seiner Regierungspartei AKP.

Der Hinweis auf das Sotschi-Abkommen bezieht sich auf eine Einigung zwischen der Türkei und Russland als Schutzmacht Syriens. Damit sollte unter anderem in Idlib eine Deeskalationszone entstehen. Die Türkei, die im syrischen Bürgerkrieg islamistische Rebellen unterstützt, richtete daraufhin dort Beobachtungsposten ein. Dennoch begann das syrische Militär eine Offensive auf Idlib. In den vergangenen Tagen hatte es große Geländegewinne gemeldet. Dabei waren binnen einer Woche auch mehrere türkische Soldaten getötet worden - Erdogan sprach von 14 Toten und 45 Verletzten. Die Türkei startete Gegenangriffe und gab an, zahlreiche syrische Soldaten getötet zu haben.

Die Eskalation hatte Sorgen vor einer Ausweitung der Gefechte geschürt. Dennoch scheint sich Erdogan zunächst an ein bereits zuvor bis Ende Februar befristetes Ultimatum halten zu wollen: Bis dahin müsse sich Syrien von den türkischen Posten zurückgezogen haben, sonst werde die Türkei die Sache selber in Hand nehmen. Die Regierung habe dafür in den vergangenen Tagen ihre militärische Präsenz in Idlib "ernsthaft ausgebaut", sagte Erdogan.

Hunderttausende fliehen in Richtung syrische Grenze 

Hunderttausende Menschen sind wegen der syrischen und russischen Angriffe auf der Flucht, viele in Richtung türkische Grenze. Das hatte in der Türkei, die bereits Millionen Flüchtlinge beherbergt, Sorge ausgelöst. Erdogan warf Syrien und seinen Unterstützern "Massaker" vor. Sie zielten nicht auf Terroristen, sondern direkt auf Zivilisten ab. Ziel sei, die Bevölkerung Richtung türkische Grenze zu zwingen, um dann die Region "problemlos besetzen" zu können. Der Kreml wies Erdogans Anschuldigungen zurück. Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte, Terroristen verübten in Idlib weiter Angriffe auf die syrische Armee und die russischen Militärbasen, obwohl die Türkei sich verpflichtet habe, sie zu vernichten.

Zugleich verteidigten Moskau und Damaskus die Offensive der syrischen Armee. Die bewaffneten Gruppierungen hätten die von russischer und syrischer Seite eingerichteten humanitären Korridore für Flüchtlinge in den Provinzen Idlib, Aleppo und Hama blockiert und teils vermint. "Als Antwort auf die ständigen Provokationen der Terroristen waren die Einheiten der syrischen Armee zum Handeln gezwungen, um die Sicherheit des von der Regierung kontrollierten Gebietes zu gewährleisten", hieß es in der Mitteilung.

Dominiert wird die letzte große Rebellenhochburg Idlib von der Al-Kaida-nahen Miliz Haiat Tahrir al-Scham. Dort kämpfen aber auch moderatere Regierungsgegner. Die beklagen seit Langem, vom Westen keine Hilfe mehr zu erhalten. Syriens Regierung bezeichnet generell alle Rebellen als Terroristen.

Quelle: ntv.de, jpe/dpa