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Lira auf neuem Rekordtief Erdogan will über Geldpolitik verfügen

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Sollte Erdogan am 24. Juni wiedergewählt werden, wird er deutlich mehr Macht haben.

AP

Der türkische Präsident Erdogan will noch mehr Macht an sich reißen und nach der Wahl nächsten Monat auch die Notenbank stärker kontrollieren. Damit will er die Zinsen niedrig halten. Der Kurs der Lira fällt nach der Aussage noch tiefer als bisher.

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan will die Notenbank im Falle eines Wahlsiegs im kommenden Monat stärker unter seine Fittiche nehmen. Er geht davon aus, dass die Währungshüter dann seinem Wunsch nach niedrigeren Zinsen folgen werden. Wenn die Bevölkerung wegen der Politik der Zentralbank Probleme habe, würde sie den Präsidenten dafür verantwortlich machen, sagte er in einem Interview mit Bloomberg TV in London. Daher müsse er eingreifen.

Die türkische Notenbank hatte zuletzt die Zinsen leicht erhöht, um gegen die hohe Inflation im Land und die schwache Währung anzukämpfen. Die türkische Währung geriet nach den Aussagen Erdogans unter Druck und fiel sowohl zum Euro als auch zum Dollar auf neue Rekordtiefs.

Für einen Dollar mussten im frühen Handel bis zu 4,3981 Lira bezahlt werden - so viel wie noch nie. Damit beschleunigt sich die Abwertung der Lira weiter. Anfang April kostete ein Dollar noch rund 4 Lira und Anfang des Jahres noch rund 3,8 Lira.

Türkei für Investoren attraktiver

Anfang Mai hatte Erdogan versprochen, nach der Wahl im Juni für niedrigere Zinsen und weniger Inflation zu sorgen. Auch das Leistungsbilanzdefizit werde zurückgehen, sagte der Politiker vor Tausenden Unterstützern in Istanbul. Zudem werde die türkische Wirtschaft für Einflüsse aus dem Ausland weniger anfällig und für Investoren attraktiver.

Die vorgezogenen Präsidenten- und Parlamentswahlen finden am 24. Juni statt. Danach ist Erdogans Amt mit deutlich mehr Befugnissen ausgestattet. Für das Präsidialsystem hatten sich die Wähler im vergangenen Jahr bei einer Volksabstimmung mit knapper Mehrheit ausgesprochen.

Quelle: n-tv.de, cam/dpa/rts

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