Politik

Tonlage bleibt schrill Erdogan wirft Berlin "böse Propaganda" vor

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Recep Tayyip Erdogan nimmt schlechte Beziehungen zu Deutschland in Kauf.

(Foto: REUTERS)

Der türkische Präsident Erdogan hat kein Interesse, die Beziehungen zu Deutschland zu entspannen. Er sagt, die "türkische Justiz ist unabhängiger als die deutsche". Dagegen beschäftigen ihn die ökonomischen Drohungen Berlins sehr.

Angesichts der diplomatischen Eiszeit zwischen Deutschland und der Türkei hat Präsident Recep Tayyip Erdogan die Bundesregierung heftig kritisiert. Deutschland müsse "sich zusammenreißen", sagte der Staatschef in einer Rede in Istanbul.

So hätten Bemerkungen von Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries das Ziel, Unternehmen von Investitionen in seinem Land abzuhalten. Zudem seien Berichte über Ermittlungen gegen deutsche Firmen falsch. Die Tür stehe auch deutschen Investoren weit offen.

Erdogan sprach von einer "bösen Propaganda" Berlins, die Druck auf deutsche Firmen ausüben und international für Verunsicherung sorgen solle. In der Türkei gebe es keine Ermittlungen gegen deutsche Unternehmen. Erdogan warf Deutschland erneut vor, "Terroristen" Unterschlupf zu gewähren.

Der türkische Präsident reagierte damit erstmals öffentlich auf Äußerungen von Bundesaußenminister Sigmar Gabriel. Der SPD-Politiker hatte am Donnerstag angekündigt, dass Deutschland seine Türkei-Politik wegen der Verhaftung von Bundesbürgern neu ausrichten werde. So sollen Hermes-Bürgschaften für Türkei-Geschäfte überprüft werden.  Zudem wurden Reise- und Sicherheitshinweise verschärft.

Erdogan kritisierte dies als haltlos und bösartig. Die "türkische Justiz ist unabhängiger als die deutsche", fügte er hinzu. Deutschland mache der Türkei mit seinen "Drohungen" keine Angst.

Quelle: n-tv.de, wne/rts/AFP/dpa

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