Politik

"Flexibler Übergang in Ordnung" Heil: Erhöhung des Renteneintrittsalters ist "Phantomdebatte"

250879163.jpg

Erst mit 70 den Lebensabend genießen? Nicht mit dem Arbeitsminister Hubertus Heil.

(Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild)

Angesichts hoher Kosten in der Pandemie, der wirtschaftlichen Folgen des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine und der Inflation werden Stimmen laut, das Renteneintrittsalter auf 70 zu erhöhen. Diesem Vorschlag erteilt Arbeitsminister Heil nicht nur eine Absage. Er weist ihn als realitätsfern zurück.

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil lehnt eine von Ökonomen wegen der hohen Inflation ins Spiel gebrachte Erhöhung des Renteneintrittsalters klar ab. "Was ich richtig finde, ist der flexible Übergang in den Ruhestand. Das ist vollkommen in Ordnung", sagte der SPD-Politiker den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. "Aber die Vorstellung, dass man im Stahlwerk oder an der Supermarktkasse, als Polizistin oder als Krankenschwester bis 70 arbeiten soll, die können nur Leute haben, die in einer ganz anderen Welt leben."

Hubertus Heil (SPD), Bundesminister für Arbeit und Soziales, will mehr Verbindlichkeit bei Menschenrechten in Lieferketten.

Arbeitsminister Hubertus Heil will das Renteneintrittsalter nicht erhöhen.

(Foto: Fabian Sommer/dpa)

Heil bekräftigte: "Wir haben in der Koalition vereinbart, dass wir das gesetzliche Renteneintrittsalter nicht erhöhen. Und daran wird sich nichts ändern." Jüngst war die Diskussion über eine längere Lebensarbeitszeit neu entbrannt: Ökonominnen und Ökonomen wie der Leipziger Wirtschaftswissenschaftler Gunther Schnabl sprachen sich für eine deutliche Anhebung des Renteneintrittsalters aus - auch um steigende Preise abzufedern.

"Ich halte es für eine Phantom-Debatte, bis 70 arbeiten zu wollen oder zu sollen. Das ist eine Diskussion, die mit der Lebensrealität vieler Menschen in Deutschland nicht zu vereinbaren ist", sagte Heil. Nach aktueller Rechtslage wird die Altersgrenze für die Rente ohne Abschläge bis 2029 schrittweise von 65 auf 67 Jahre angehoben.

(Dieser Artikel wurde am Sonntag, 29. Mai 2022 erstmals veröffentlicht.)

Quelle: ntv.de, joh/dpa

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen