Politik

Moskau gegen Washington Erler warnt vor militärischer Konfrontation

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Eiskalte Stimmung: Die Präsidenten Putin und Obama trafen sich beim G20-Gipfel im chinesischen Hangzhou.

(Foto: REUTERS)

Der Russlandbeauftragte der Bundesregierung macht sich Sorgen angesichts der zunehmenden Konfrontation zwischen den USA und Russland. SPD-Politiker Erler sieht sogar die Gefahr eines militärischen Konflikts - und macht Moskau dafür verantwortlich.

Angesichts der Eskalation im Syrien-Konflikt warnt der Russlandbeauftragte der Bundesregierung, Gernot Erler von der SPD, vor einer militärischen Auseinandersetzung zwischen den USA und Russland. "Wir haben eine tiefe Entfremdung zwischen Russland und dem Westen, und das wird immer gefährlicher", sagte Erler der ZDF-Sendung "Berlin direkt".

In den USA werde derzeit ernsthaft über ein militärisches Eingreifen in den Syrien-Konflikt diskutiert. Zugleich erkläre Russland, Luftabwehrkräfte in die syrischen Kampfgebiete verlegt zu haben. "Dann ist völlig klar, was das heißt: Wir können einen militärischen Zusammenstoß zwischen den Vereinigten Staaten und der Russischen Föderation nicht mehr ausschließen", sagte Erler.

"Russland nimmt keine Rücksicht mehr"

Für die verfahrene Lage machte der SPD-Außenpolitiker eine russische Doppelstrategie verantwortlich. Einerseits signalisiere Moskau Gesprächsbereitschaft, andererseits fliege die russische Luftwaffe Angriffe in Syrien. "Das widerspricht sich total", sagte Erler. Das mache Russland als Partner unberechenbar. "Russland nimmt keine Rücksicht mehr." Vielmehr ziehe die russische Führung ihre eigenen politischen Strategien durch, die auf Konfrontation gerichtet seien.

Während die USA in Syrien gemäßigte Rebellen im Kampf gegen Staatschef Baschar al-Assad und gegen die Terrororganisation Islamischer Staat unterstützen, steht Russland auf Seiten Assads. Derzeit beteiligt sich die russische Luftwaffe an einer Militäroffensive der syrischen Streitkräfte zur Rückeroberung der teils von Rebellen gehaltenen Stadt Aleppo.

Alle diplomatischen Bemühungen zur Beendigung des seit mehr als fünf Jahren andauernden Bürgerkrieges in Syrien sind bisher gescheitert. In der kommenden Woche soll ein neuer Anlauf genommen werden. Russland griff im Herbst 2015 militärisch in den Konflikt ein. Mehr als 300.000 Menschen wurden in Syrien getötet, mehrere Millionen Menschen in die Flucht getrieben.

Quelle: ntv.de, mli/AFP