Politik

Rechnung zurückdatiert? Ermittlungen im Fall Bosbach gegen weitere Beschuldigte

30.01.2026, 19:25 Uhr
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Caroline Bosbach sieht sich von einem ehemaligen Mitarbeiter verunglimpft. (Foto: picture alliance / dts-Agentur)

Die Staatsanwaltschaft weitet das Ermittlungsverfahren gegen die Bundestagsabgeordnete Bosbach aus: Auch eine andere Person aus dem Arbeitsumfeld der CDU-Politikerin werde beschuldigt, eine Rechnung zurückdatiert zu haben. Bosbach weist die Vorwürfe als Schmutzkampagne zurück.

Im Zusammenhang mit Ermittlungen gegen die CDU-Abgeordnete Caroline Bosbach wegen des Anfangsverdachts des gemeinschaftlichen Betrugs gibt es eine weitere Beschuldigte. Das teilte die Staatsanwaltschaft in Köln mit. Es handle sich um eine Frau aus dem Arbeitsumfeld der Parlamentarierin, erklärte ein Sprecher. Auch gegen sie werde nun ermittelt. Zuvor hatte der "Kölner Stadt-Anzeiger" berichtet. Bosbach selbst hatte stets alle Vorwürfe zurückgewiesen.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft steht die weitere Beschuldigte im Verdacht, im Juli 2025 eine Rechnung "über die Ableistung einer Wahlkampfbegleitung erstellt, auf den 03.02.2025 rückdatiert und zur Verfügung gestellt zu haben". Die Frage, zu welchem Zweck das geschehen sein könnte, sei Gegenstand der umfangreichen Ermittlungen, erklärte der Sprecher. Die Bundestagswahl hatte am 23. Februar 2025 stattgefunden.

Die Ermittlungen gegen Bosbach hatte die Staatsanwaltschaft Ende des vergangenen Jahres aufgenommen. Gegenstand des Verfahrens sei der Vorwurf, die Politikerin habe im Januar 2025 einen ihrer damaligen Wahlhelfer dazu gebracht, eine fingierte Rechnung in Höhe von 2500 Euro beim Kreisverband der CDU Rheinisch-Bergischer Kreis einzureichen. Weiter werde geprüft, ob Bosbach den Wahlhelfer dazu gebracht habe, ihr den Betrag in bar auszuhändigen, um damit anderweitige Ausgaben auszugleichen, hieß es. Diese Rechnung soll sich den Vorwürfen zufolge auf Social-Media-Dienste bezogen haben, die tatsächlich gar nicht erbracht worden sein sollen. "Auf die für die Beschuldigten geltende Unschuldsvermutung wird ausdrücklich hingewiesen", hatte die Staatsanwaltschaft betont.

Bosbach spricht von "Schmutzkampagne"

Bosbach hatte schon zuvor deutlich gemacht, dass sie alle Vorwürfe zurückweist. Sie sei zuversichtlich, "dass das Ermittlungsverfahren nach Abschluss der Ermittlungen eingestellt wird", hatte sie mitgeteilt. Schon im Sommer 2025 hatte sie beteuert, dass an den Vorwürfen nichts dran sei.

"Gegen mich läuft aktuell eine Schmutzkampagne", schrieb sie im Juli 2025 auf Instagram. "Die Vorwürfe sind falsch", hieß es einer dazu veröffentlichten Erklärung des Anwalts Ralf Höcker, der die Anschuldigungen "als Teil einer perfiden Rachekampagne" bezeichnete. Laut Medienberichten sollen die Vorwürfe von einem fristlos gekündigten Mitarbeiter stammen. Die aus Bergisch Gladbach stammende Tochter des CDU-Politikers Wolfgang Bosbach hatte bei der Bundestagswahl 2025 das Direktmandat im Rheinisch-Bergischen Kreis für die CDU gewonnen.

Gegen Bosbachs damaligen Wahlhelfer, der sich selbst wegen dieses Sachverhalts bei der Polizei angezeigt habe, sei ein gesondertes Ermittlungsverfahren ebenfalls wegen des Anfangsverdachts des gemeinschaftlichen Betrugs anhängig, hatte die Staatsanwaltschaft im November mitgeteilt.

Quelle: ntv.de, mau/dpa

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