Politik

Niederlande erleben Brandnacht Erste Ausgangssperre führt zu Krawallen

imago0110823990h.jpg

In der niederländischen Kleinstadt Urk brannte in der Nacht auf Sonntag ein Corona-Testzentrum.

(Foto: imago images/Pro Shots)

In den Niederlanden endet die erste Nacht, in der es Ausgangsbeschränkungen gibt, mit teils heftigen Auseinandersetzungen. In der Kleinstadt Urk setzen Jugendliche ein Corona-Testzentrum in Brand. Und auch nach der Krawallnacht gehen die Proteste weiter.

Die verschärften Coronamaßnahmen mit einer Ausgangssperre haben in den Niederlanden zu Protesten und Krawallen geführt. In Amsterdam und Eindhoven beendete die Polizei mit Wasserwerfern eine zuvor verbotene Demonstration. Hunderte Demonstranten hatten nach Polizeiangaben in beiden Städten gegen die Corona-Maßnahmen protestiert und die Polizei mit Feuerwerkskörpern und Steinen angegriffen. In Eindhoven hatte die Polizei auch Tränengas eingesetzt.

In der Hauptstadt hatten sich trotz eines Verbotes hunderte Demonstranten auf dem Museumsplatz im Zentrum versammelt. Die Polizei ging auch mit Pferden, Hunden und dem Einsatz von Schlagstöcken gegen die Demonstranten vor. Auch in Eindhoven hätten Hunderte trotz des Verbotes demonstriert und seien mit Gewalt gegen die Polizei vorgegangen. Mehr als 30 Menschen waren nach Angaben der Polizei festgenommen worden.

Bereits am Abend zuvor hatte es in der Kleinstadt Urk nördlich von Amsterdam Krawalle gegeben, als Dutzende Menschen gegen die Sperrstunde protestiert hatten. Sie hätten Steine und Feuerwerkskörper auf Polizisten geworfen und Polizeiautos demoliert, wie die Polizei mitteilte. Jugendliche steckten nach Polizeiangaben ein Corona-Testzentrum des Gesundheitsamtes in Brand. Der Direktor des kommunalen Gesundheitsamts, Cees Verdam sagte, der Brandanschlag sei ein "Schlag ins Gesicht" all jener, die alles dafür täten, den Menschen in Urk zu helfen.

AP_21024416794535.jpg

Die Jugendlichen, die das Testzentrum in Brand setzten, griffen auch ein Kamerateam an.

(Foto: AP)

Die Jugendlichen griffen zudem ein Kamerateam des TV-Senders NOS mit Pfefferspray an. Zwei Personen wurden festgenommen und Dutzende Geldstrafen verhängt. Landesweit hat die Polizei nach eigenen Angaben in der ersten Nacht der Sperrstunde mehr als 3600 Geldstrafen verhängt und 25 Personen festgenommen. Auch in der Stadt Stein, im Süden des Landes gab es Zusammenstöße mit der Polizei, als die Beamten eine illegale Party mit etwa 100 Besuchern beenden wollten.

Am Samstagabend war erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie eine Ausgangssperre in Kraft getreten. Die Bürger müssen von 21.00 bis 4.30 Uhr in ihren Wohnungen bleiben. Verstöße werden mit Geldbußen von je 95 Euro bestraft.

Quelle: ntv.de, lwe/dpa