Politik

In ÖPNV und Einzelhandel Erste Bundesländer beschließen Maskenpflicht

Mit Sachsen verpflichtet das erste Bundesland seine Bürger zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes. Das Gebot gilt für den Einzelhandel und im öffentlichen Nahverkehr. Mecklenburg-Vorpommern beschränkt sich vorerst auf eine Pflicht in Bahnen, Bussen und Taxis.

Sachsen hat als erstes Bundesland für den öffentlichen Nahverkehr sowie für den Einzelhandel eine Maskenpflicht beschlossen. Die Regelung gelte von Montag an, sagte Ministerpräsident Michael Kretschmer nach einer Sitzung des Landeskabinetts in Dresden. Zur Abdeckung von Nase und Mund müsse es keine teure FFP2-Maske sein, es reiche auch ein einfaches Tuch oder ein Schal, betonte der CDU-Politiker. Dieser kündigte zudem an, dass ab kommenden Montag wieder Gottesdienste mit bis zu 15 Personen erlaubt sein sollen.

Nach Sachsen erklärte auch Mecklenburg-Vorpommern, eine Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr einführen zu wollen. Wie Ministerpräsidentin Manuela Schwesig in Schwerin sagte, müssen Nutzer von Straßenbahn, Bus oder Taxi im Kampf gegen das Coronavirus vom 27. April an einen Mund- und Nasenschutz tragen. Alternativ könne auch ein Tuch als Schutz genutzt werden, sagte die SPD-Politikerin.

Für Einkäufe in Geschäften des Einzelhandels gelte hingegen weiterhin die dringende Empfehlung, eine sogenannte Alltagsmaske zu tragen, nicht aber eine Pflicht. Die Maskenpflicht für den Nahverkehr sei nötig, weil mit der Ladenöffnung ab Montag und der Öffnung der Schulen kurze Zeit später auch die Nutzung der Nahverkehrsmittel wieder deutlich zunehmen werde, sagte Schwesig. In Bussen und Bahnen sei das Abstandsgebot kaum einzuhalten.

Experten zufolge können einfache Masken in der Corona-Krise dazu beitragen, dass Infizierte keine anderen Menschen anstecken. In der thüringischen Stadt Jena sei die Maskenpflicht ein Baustein im bislang erfolgreichen Kampf gegen die Ausbreitung des Virus gewesen, sagte Oberbürgermeister Thomas Nitzsche ntv.de. In Österreich gilt seit Montag eine Maskenpflicht für kleinere Geschäfte sowie Bau- und Gartenmärkte. Davor war bereits ein Mund-Nasen-Schutz in Supermärkten Pflicht.

Bahn empfiehlt "Alltagsmasken"

Bund und Länder hatten sich am Mittwoch nicht auf eine deutschlandweit geltende Maskenpflicht einigen können. Stattdessen wurde nur eine "dringende Empfehlung" zum Tragen einer Maske im Nahverkehr und beim Einkaufen ausgegeben. Zudem gelten die Kontaktbeschränkungen weiter bis zum 3. Mai. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sagte, dank der bisherigen Maßnahmen sei die Corona-Epidemie in Deutschland wieder beherrschbar geworden.

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer schloss am Donnerstag eine Maskenpflicht in Zügen nicht aus. "Natürlich ist diese Pflicht ein Thema, wenn wir wieder höher fahren", sagte der CSU-Politiker. Die Deutsche Bahn empfahl derweil, insbesondere im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) sogenannte Alltagsmasken zu tragen. Dies werde auch den Bahnmitarbeitern dringend empfohlen, Masken würden auf Wunsch zur Verfügung gestellt.

Quelle: ntv.de, vpe/dpa/AFP