Politik

Ausreise nach Deutschland Erste IS-Kinder aus Syrien dürfen zurück

Lange wird darüber diskutiert, was mit den Kindern deutscher IS-Kämpfer passieren soll, die sich noch immer in Syrien befinden. Ein Gericht entscheidet, dass Deutschland in der Pflicht sei, sie zurückzuholen. Jetzt befinden sich die ersten Kinder in der Obhut von Mitarbeitern des Auswärtigen Amts.

An der Grenze zwischen Syrien und dem Irak sind erstmals Kinder von deutschen IS-Anhängern von syrischen Kurden an die Bundesrepublik übergeben worden. Eine Sprecherin des Auswärtigen Amts bestätigte, dass die Kinder von Mitarbeitern des Generalkonsulats in Erbil in Empfang genommen worden seien. Es handele sich um drei Waisen und ein sechs Monate altes, krankes Baby, sagte Abdel Karim Omar, Sprecher der kurdischen Behörden in Syrien. Sie hätten nach dem Sieg über die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien im Flüchtlingslager Al-Hol gelebt. Die Kinder sollen den Angaben des Auswärtigen Amts zufolge nun an Angehörige übergeben werden und dann nach Deutschland ausreisen.

Über die Rückkehr von IS-Kindern in Deutschland wird seit Längerem diskutiert. Die Bundesregierung hatte zunächst immer darauf verwiesen, dass es in Syrien derzeit keine deutsche diplomatische Vertretung gebe. Das Berliner Verwaltungsgericht hatte im Juli entschieden, dass die Regierung Angehörige von IS-Kämpfern zurückholen müsse.

Im Nordosten Syriens sollen sich nach Angaben des Rojava Information Center (RIC) 117 Kinder mit deutscher Staatsangehörigkeit befinden. Dazu kämen 21 Kinder von Deutschen, die aber keine deutsche Staatsangehörigkeit hätten, sowie Dutzende Frauen und 66 Männer, von denen mehr als 40 an Kriegsverbrechen beteiligt sein sollen.

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Quelle: n-tv.de, agr/dpa/AFP

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