Proteste vor AfD-TreffenErste "massive" Blockaden bilden sich rund um Gießen

Die AfD will in Gießen ihre neue Jugendorganisation gründen. Schon im Vorfeld kündigt sich breiter Protest an, die ersten Ausläufer zeigen sich schon am Morgen. Straßen rund um die Stadt sind blockiert.
In Gießen ist es am Morgen im Zusammenhang mit den Protesten gegen die Gründung einer neuen AfD-Jugendorganisation zu ersten Blockaden gekommen. Rund um Gießen gebe es Personengruppen, die an Autobahnen, Bundes- und Landesstraßen "massiv" die Straßen blockierten, sagte ein Polizeisprecher. In Gießen selbst blockiere ein Bus einen Kreisverkehr, sagte eine Sprecherin der Polizei. Sie sprach von einer "aktiven Lage mit vielen verschiedenen Schauplätzen" in der Stadt. Es werde eine sehr große Zahl von Reisebussen erwartet, für die ausreichend Busparkplätze in der Ringallee bereitstünden, hieß weiter.
In Gießen wollen im Tagesverlauf rund 50.000 Menschen bei rund 30 angemeldeten Versammlungen gegen die AfD auf die Straße gehen. Das Bündnis "Widersetzen" hatte bereits seit Wochen angekündigt, Zufahrtswege zu der Gründungsversammlung blockieren zu wollen mit dem Ziel, das Treffen zu verhindern. Zu den Veranstaltern gehören unter anderem der Deutsche Gewerkschaftsbund, die Partei die Linke, Attac, die Jusos sowie Omas gegen Rechts.
Hessens Innenminister Roman Poseck hatte sich vorab wegen Gewaltaufrufen aus der linken Szene besorgt gezeigt und auch darauf verwiesen, dass Blockaden nicht rechtmäßig seien. Der CDU-Politiker rechnet mit einer "herausfordernden Großlage" in Gießen - mehrere 1000 Polizisten aus Hessen und 14 weiteren Bundesländern sollen für Sicherheit sorgen.
Die AfD will in der mittelhessischen Stadt eine Nachfolgeorganisation für die Junge Alternative (JA) mit dem Namen "Generation Deutschland" (GD) gründen. Die JA hatte sich im Frühjahr aufgelöst, nachdem sich die AfD von ihr getrennt hatte. Als eigenständiger Verein war die JA nur lose an die AfD angebunden gewesen.