Heftiger Protest vor AfD-Treffen"Massive" Blockaden um Gießen, Demonstranten seilen sich über Bundesstraße ab

Die AfD will in Gießen ihre neue Jugendorganisation gründen. Schon im Vorfeld kündigt sich breiter Protest an, die ersten Ausläufer zeigen sich schon am Morgen. Straßen rund um die Stadt sind blockiert.
In Gießen kommt es seit dem Morgen zu massiven Protesten mit Blockaden und Demos gegen die Gründung der neuen AfD-Jugendorganisation in der mittelhessischen Stadt. Am Morgen kam es zu ersten, von den Aktivisten vorab angekündigten Blockaden. Zudem fanden sich Tausende Menschen zu Demonstrationszügen in der Stadt ein, im Tagesverlauf werden Zehntausende erwartet.
Protestierende haben bei Lützellinden geparkte Fahrzeuge und Laternen beschädigt. Die Verantwortlichen kamen aus einer Gruppe von rund 2000 Personen heraus, wie die Polizei mitteilte. An einer Blockade in Gießen hätten sich Einsatzkräfte zudem mit Pfefferspray gegen Steinewerfer verteidigt. Ein Polizist sei leicht verletzt worden. Wie die "taz" berichtet, soll bei Zusammenstößen mit der Polizei eine demonstrierende Person bewusstlos geworden sein. Die Beamten seien zuvor mit Schlagstöcken und Pfefferspray gegen den Demozug der Person vorgegangen.
Die Polizei ist mit einem Großaufgebot und Beamten aus mehreren Bundesländern vor Ort, auch weil vorab Gewaltaufrufe aus der linken Szene kursierten. Die AfD will in der mittelhessischen Stadt mit rund 92.000 Einwohnern eine Nachfolgeorganisation für die Junge Alternative (JA) mit dem Namen "Generation Deutschland" (GD) gründen.
Rund um Gießen gebe es Personengruppen, die an Autobahnen, Bundes- und Landesstraßen "massiv" die Straßen blockierten, sagte ein Polizeisprecher. An einem Verkehrskreisel in der Stadt blockierte laut Polizei ein Bus mit daran angeketteten Aktivisten den Weg. Etwa zehn Personen sollen sich demnach bei Gießen über der Bundesstraße 429 abseilen. Mit einem Wasserwerfer räumt die Polizei derzeit eine Blockade von etwa 2000 Personen auf der Bundesstraße 49. Zudem komme es aus den Reihen einer Versammlung auf der Konrad-Adenauer-Brücke in Gießen zu Flaschenwürfen auf die Einsatzkräfte.
In Gießen wollen im Tagesverlauf rund 50.000 Menschen bei rund 30 angemeldeten Versammlungen gegen die AfD auf die Straße gehen. Das Bündnis "Widersetzen" hatte bereits seit Wochen angekündigt, Zufahrtswege zu der Gründungsversammlung blockieren zu wollen mit dem Ziel, das Treffen zu verhindern. Zu den Veranstaltern gehören unter anderem der Deutsche Gewerkschaftsbund, die Partei die Linke, Attac, die Jusos sowie Omas gegen Rechts.
Hessens Innenminister Roman Poseck hatte sich vorab wegen Gewaltaufrufen aus der linken Szene besorgt gezeigt und auch darauf verwiesen, dass Blockaden nicht rechtmäßig seien. Der CDU-Politiker rechnet mit einer "herausfordernden Großlage" in Gießen - mehrere 1000 Polizisten aus Hessen und 14 weiteren Bundesländern sollen für Sicherheit sorgen.