Politik

Gauland über AfD-Chefposten "Es war leider die richtige Entscheidung"

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Fraktionsvorsitzender und Parteichef mit 76 Jahren: Alexander Gauland.

(Foto: dpa)

Um die Partei zusammenzuhalten, übernimmt Alexander Gauland einen Chefposten bei der AfD. Ein Rechtsruck im Vorstand? Im Interview schildert der 76-Jährige seine Sicht auf die Parteiführung.

n-tv.de: Haben Sie heute Nacht noch einmal über Ihre Entscheidung nachgedacht?

Alexander Gauland: Ich habe geschlafen und nicht geträumt. Also habe ich nicht nachgedacht.

Und was denken Sie heute darüber?

Ich glaube, es war leider die richtige Entscheidung. Leider, weil ich das ja nicht machen wollte. Aber es war eine schwierige Situation, in der sich beide Kandidaten gleich stark gegenüber standen. Man hätte es nicht mit ein oder zwei Stimmen ausbalancieren können.

Es wurde im Vorfeld viel über die Ausrichtung der Partei diskutiert. In welche Richtung schlägt das Pendel nun aus?

Die Partei nimmt den Weg, der in ihrem Programm festgelegt ist. Und das war gestern keine Richtungsentscheidung in irgendeine Richtung. Es war eine Personalwahl und dabei sind einige besser weggekommen und andere schlechter. Das hat mit rechts, links, Mitte oder Flügel nichts zu tun.

Der Flügel ist nicht gestärkt?

Ich wüsste nicht wieso. Jörg Meuthen und ich sind ja nicht Flügel. Von daher sehe ich nicht, dass irgendeine Richtung gestärkt sein sollte. Die Partei ist wieder zusammen.

Und sie ist nicht gespalten durch dieses Hälfte-Hälfte-Ergebnis gestern?

Das lag gestern an Personen und hat mit der Partei nur indirekt zu tun. Andere Personen hätten möglicherweise ein anderes Ergebnis gebracht. Das ist mehr Zufall als alles andere.

Ihr Arbeitspensum ist immens: Fraktionsarbeit, eine Fraktion aufbauen, jetzt hier eine Partei, die zusammengehalten werden muss. Wie wollen Sie das alles schaffen?

Das kann ich heute nicht beantworten. Ich weiß, dass Jörg Meuthen die Hauptarbeitslast tragen muss. Das haben wir auch schon geregelt. Wir werden uns das aufteilen, wir arbeiten kameradschaftlich zusammen. Aber ich bestreite nicht, dass es eine Schwierigkeit ist in meinem Alter.

Sie und Jörg Meuthen bilden jetzt die Spitze der Partei. Ist der gemäßigte Flügel jetzt nicht im Vorstand der Partei unterrepräsentiert?

Ich weiß, manche fanden Jörg Meuthen und mich zu sehr in eine Richtung. Aber wir haben ja noch Wahlen jetzt und da kann ja noch ein Ausgleich stattfinden.

Quelle: ntv.de, bdk

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