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Festnahme in der Schweiz Europaweite Razzien gegen G20-Randalierer

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Nach Randalierern vom Hamburger G20-Gipfel 2017 wird aktuell in vier europäischen Ländern gesucht.

picture alliance / Markus Scholz

Die Auswertung von Videomaterial und DNA-Spuren hat die Ermittler auf die Fährte von mutmaßlich Beteiligten der Hamburger G20-Krawalle gebracht. Seit den frühen Morgenstunden durchsucht die Polizei Objekte in mehreren EU-Staaten.

Knapp elf Monate nach den schweren Krawallen beim G20-Gipfel in Hamburg hat die Polizei am frühen Morgen mit Durchsuchungen in Italien, Spanien, Frankreich und der Schweiz begonnen. Wie Staatsanwaltschaft und Polizei in Hamburg mitteilten, geht es bei den Razzien vor allem um die Ausschreitungen in der Hamburger Elbchaussee, bei denen Randalierer am 7. Juli 2017 schwere Verwüstungen angerichtet hatten. In der Schweiz ist in diesem Zusammenhang ein 27 Jahre alter Mann festgenommen worden.

Die Festnahme sei auf Anfrage der Hamburger Sonderkommission "Schwarzer Block" erfolgt, sagte ein Sprecher der Kantonspolizei Aargau. Die Wohnung des Mannes in Bremgarten - rund 25 Kilometer westlich von Zürich - sei durchsucht worden, ebenso ein alternatives Kulturzentrum. Ob dabei belastendes Material sichergestellt wurde, konnte der Sprecher nicht sagen. Bei dem Festgenommenen handelt es sich um einen Schweizer.

In Frankreich fahnden die Ermittler in diesem Zusammenhang auch nach einem Mann, für den die Staatsanwaltschaft Hamburg bereits einen EU-Haftbefehl erwirkt hat. Bei der Suche nach Verdächtigen und Beweismaterial werden die Ermittler der Sonderkommission den Angaben zufolge von zahlreichen Polizeidienststellen sowie der europäischen Behörde Eurojust mit Sitz in Den Haag unterstützt. Die Razzien dauern noch an.

Das Gipfeltreffen der wichtigsten Wirtschaftsmächte der Welt im Juli 2017 war von massiven Ausschreitungen überschattet. In der Elbchaussee hatten am 7. Juli rund 220 Randalierer innerhalb kürzester Zeit zahlreiche Autos angezündet und mehrere Streifenwagen angegriffen. Innensenator Andy Grote von der SPD rückte die Ausschreitungen in die Nähe des Terrorismus.

Europaweite Fahndung

Der NDR berichtete unter Berufung auf Soko-Leiter Jan Hieber, Grundlage für die aktuellen Durchsuchungen sei die Auswertung von Videomaterial, das mehrere Verdächtige mit den Ausschreitungen in der Elbchaussee in Verbindung bringe. Zudem sei es den Ermittlern gelungen, durch Auswertung von DNA-Spuren Tatverdächtigen ihre Beteiligung an den Krawallen nachzuweisen.

Laut NDR durchsuchte die Polizei in Italien unter anderem Objekte in Rom und Genua, darunter auch die Wohnung eines Mannes, der in Hamburg bereits wegen Angriffs auf Polizeibeamte bei den Krawallen in der Sternschanze verurteilt worden sei. Inzwischen gingen die Hamburger Ermittler auch davon aus, dass er an den Krawallen an der Elbchaussee beteiligt war. In Spanien seien im Großraum Madrid drei Durchsuchungsbeschlüsse vollstreckt worden.

Die Polizei hatte bereits am 13. April eine europaweite Fahndung nach 24 mutmaßlichen Randalierern eingeleitet. Das Bundeskriminalamt (BKA) habe eine Fahndungsliste mit Bildern von zwei Dutzend bisher unbekannten Personen "an die durch das LKA Hamburg ausgewählten europäischen Staaten" übersandt, hieß es in einer Antwort des Bundesinnenministeriums an die Linksfraktion, aus der die Zeitungen der Funke Mediengruppe vor zwei Wochen zitierten.

Quelle: n-tv.de, fhe/dpa

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