Politik

Mindestens 30 Tote bei Anschlag Explosion in Südtürkei tötet Hochzeitsgäste

Bei einer Hochzeitsfeier im türkischen Gaziantep gibt es eine Explosion. Mindestens 30 Menschen kommen ums Leben, Dutzende werden verletzt. Die Behörden sprechen von einem Terroranschlag. Zu der Tat bekannt hat sich bisher niemand.

Nach dem Anschlag auf eine Hochzeitsfeier im Südosten der Türkei hat sich die Zahl der Todesopfer weiter erhöht. Bei dem Bombenattentat am Samstagabend in Gaziantep seien mindestens 30 Menschen getötet und 94 weitere verletzt worden, sagte der Gouverneur der gleichnamigen Provinz, Ali Yerlikaya, dem TV-Sender CNN Türk. Zuvor hatte Yerlikaya von 22 Toten gesprochen. Das Büro des Gouverneurs stufte die Tat als "Terroranschlag" ein.

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Die Detonation hatte sich auf einer Hochzeitsfeier im Zentrum der Stadt ereignet. Die Hochzeitsgesellschaft hatte gerade auf offener Straße im Beybahce-Viertel der Millionenstadt gefeiert. Zahlreiche Krankenwagen rasten zum Anschlagsort. In sozialen Medien kursierten Videos, die chaotische Szenen zeigten. Menschen schalteten die Taschenlampenfunktion ihres Smartphones ein und irrten auf der Suche nach verletzten Freunden und Angehörigen umher.

Offenbar kurdische Hochzeit

Die Explosion ereignete sich in einem Viertel mit zahlreichen kurdischen Einwohnern. Der pro-kurdischen Oppositionspartei HDP zufolge handelte es sich um eine kurdische Hochzeit. Demnach waren auch einige Mitglieder der Partei anwesend. Die HDP teilte weiter mit, unter den Todesopfern seien mehrere Kinder. "Wir verurteilen und verdammen diejenigen, die diese Attacke verübt haben, und die Kräfte und Ideologien hinter ihrem Handeln", erklärte die drittgrößte Partei im türkischen Parlament.

Zunächst bekannte sich niemand zu der Tat. Abgeordnete der regierenden AKP vermuten die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) hinter dem Anschlag. Der IS hat in der Vergangenheit wiederholt Angriffe auf kurdische Versammlungen verübt. Die Provinzhauptstadt Gaziantep liegt etwa 60 Kilometer nördlich der syrischen Grenze. In der Region haben tausende Bürgerkriegsflüchtlinge aus dem Nachbarland Zuflucht gefunden. Gaziantep soll aber auch zu einem Rückzugsort für Dschihadisten geworden sein.

Der stellvertretende türkische Ministerpräsident Mehmet Simsek hatte den Anschlag bereits nach kurzer Zeit als mutmaßliches Selbstmordattentat bezeichnet. Er verurteilte den "barbarischen Angriff" auf die Hochzeitsgesellschaft. "Das Ziel dieses Terrors ist es, die Menschen zu verängstigen, aber wir werden das nicht zulassen", sagte Simsek im türkischen Fernsehen.

Die Türkei ist in den vergangenen Monaten mehrfach das Ziel von Anschlägen gewesen. Erst am Donnerstag waren bei einer Anschlagserie auf türkische Sicherheitskräfte insgesamt 14 Menschen getötet und rund 300 weitere verletzt worden. Zu einem der Anschläge bekannte sich die verbotene Arbeiterpartei Kurdistans (PKK).

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Quelle: n-tv.de, hul/rts/AFP/dpa

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