Politik

Türkei fordert Kampfjets USA unterstützen Erdogans F-16-Pläne

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Die türkische Luftwaffe hat bereits einige F-16 im Dienst.

(Foto: picture alliance / AA)

Seit längerem fordert die Türkei US-Kampfflugzeuge vom Typ F-16. In Washington ist der Deal allerdings umstritten. Doch nun kommen aus Washington wohlwollende Signale. Kurz zuvor hatte Ankara seine Blockadehaltung bei der NATO-Aufnahme von Finnland und Schweden aufgegeben.

Die US-Regierung unterstützt die von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan angestrebte Modernisierung der türkischen Flotte an F-16-Kampfjets. Ein solcher Schritt wäre "ein Beitrag zur Sicherheit der NATO und damit zur Sicherheit der USA", sagte die Staatssekretärin für Internationale Sicherheitsfragen im US-Verteidigungsministerium, Celeste Wallander, am Rande des NATO-Gipfels in Madrid. "Daher unterstützt das US-Verteidigungsministerium die Modernisierungspläne der Türkei für ihre F-16-Flotte voll und ganz. Diese Pläne sind in Arbeit."

Erdogan hatte den USA zuvor eine "Verzögerungstaktik" vorgeworfen. Vor seiner Abreise zum NATO-Gipfel hatte er am Dienstag in Ankara gesagt, die Modernisierung der F-16-Flotte aus amerikanischer Produktion sei derzeit das wichtigste Thema, das zwischen Ankara und Washington diskutiert werde. Erdogan hatte am Dienstagabend die Blockade der Aufnahme Finnlands und Schwedens in die NATO aufgegeben, mit der sich die Türkei den Unmut der USA und anderer Bündnispartner zugezogen hatte. Offiziell hieß es nach der Einigung, man sei der Türkei bei Waffenexporten und im Kampf gegen Terrorismus entgegengekommen.

Um den Verkauf von US-Kampfflugzeugen an die Türkei gibt es seit langem Diskussionen: Eigentlich war das NATO-Land Teil eines Programms zur Entwicklung des US-Kampfjets F-35 und sollte diesen auch beziehen. Nachdem die Regierung in Ankara 2017 aber das russische Raketenabwehrsystem S-400 erworben hatte, schloss die US-Regierung die Türkei aus dem F-35-Programm aus. In Washington wurde befürchtet, dass Russland über das empfindliche Radar des S-400-Waffensystems an Daten über die Tarnkappenfähigkeiten der F-35-Jets gelangen könnte.

Ende vergangenen Jahres verkündete Erdogan, die USA hätten der Türkei Jets vom Typ F-16 statt F-35 angeboten. Nach Angaben aus dem türkischen Verteidigungsministerium hat Ankara 40 neue F-16 und 79 Upgrade-Kits für die bereits eingesetzten F-16-Jets gefordert. In Washington war ein möglicher Deal bisher aber politisch umstritten.

(Dieser Artikel wurde am Mittwoch, 29. Juni 2022 erstmals veröffentlicht.)

Quelle: ntv.de, jpe/dpa

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