Politik

"Ein ehrliches Ergebnis" FDP-Wahldebakel? Nicht für Katja Suding

Die FDP schmiert bei der Landtagswahl in Niedersachsen ab. Außerdem blockiert sie mögliche Koalitionen. Erinnert das nicht an Martin Schulz' beleidigte Ankündigung, in die Opposition zu gehen? Katja Suding erklärt Louis Klamroth, warum nicht.

Die Landtagswahl in Niedersachsen - eine erste Klatsche für die FDP in den Jamaika-Verhandlungen? Von einer ersten Klatsche könne schon deswegen keine Rede sein, weil es ja noch gar nichts zu klatschen gäbe - die Koalition steht schließlich noch nicht. Dafür, dass die Liberalen mit einem Minus von fünf Prozent der große Verlierer der Wahl sind, hat Katja Suding, Vizechefin der FDP, eine für sie schlüssige Erklärung: "2013 war es ein Koalitionswahlkampf", sagt sie in der neuen Ausgabe von Klamroths Konter, die exklusiv auf n-tv zu sehen ist, und führt aus: "Diesmal wurden wir um unser selbst gewählt." Glaubt man der 41-Jährigen, kann die Partei zufrieden sein. "Ein ehrliches Ergebnis."

"Klamroths Konter"

Louis Klamroth, 27, studierte Politologie in Amsterdam und London. In einem früheren Leben war er Hauptdarsteller des Films "Das Wunder von Bern". Die probono Fernsehproduktion präsentiert seine wachen, beherzten Interviews in Zusammenarbeit mit n-tv.de.

Aufgezeichnet wird die Sendung in der imponierenden Schaltzentrale des Heizkraftwerkes Berlin, das bis 1997 die "Hauptstadt der DDR" mit Energie und Wärme versorgte. Heute birgt der Koloss an der Köpenicker Straße den legendären Club "Tresor".

Und die Blockadehaltung für eine mögliche Ampel-Koalition - erinnert das nicht an Martin Schulz, der wenige Minuten nach der Veröffentlichung der Wahlergebnisse im Bund angekündigt hatte, in die Opposition zu gehen? Nein - Suding verteidigt den Ausschluss einer Ampel in Hannover. In Niedersachsen sei eine rot-grüne Regierung abgewählt worden und die FDP werde nicht als "Mehrheitsbeschaffer für eine abgewählte Regierung" auftreten. "Wir haben Rot-Grün von Anfang an kritisiert und werden nicht helfen, sie am Leben zu erhalten."

In Hannover wird die FDP demnach keine Regierungsverantwortung übernehmen. Anders als im Bund, wo die Liberalen mit Grünen und CDU über eine Jamaika-Koalition verhandeln. Kann das funktionieren - etwa beim Thema Verbrennungsmotor, den die Grünen am liebsten ganz abschaffen möchten? Katja Suding möchte dabei nicht über Technologie sprechen, davon fehle ihr wie vielen Politikern der Sachverstand. "Ich halte es für falsch, wenn die Politik diktiert, bis wann eine bestimmte Technologie angewendet wird", sagt sie. Für sie sei nur wichtig, "dass wir die Klimaschutzziele von Paris erreichen". Sie maße sich aber nicht an zu wissen, mit welcher Technologie das möglich sei.

Elf Jahre ist Suding nun Mitgleid der FDP - eine vergleichsweise kurze Zeit dafür, dass sie inzwischen Vize-Chefin ist. Woher kommt der Ehrgeiz? Vielleicht aus ihrer Zeit an der Mädchenschule im niedersächsischen Vechta. "Diese Schulen haben den Vorteil, dass sich Mädchen nicht mit Jungs messen müssen. Das macht einen recht selbstbewusst." Die ehemalige PR-Beraterin hat sich durchgesetzt. Und so soll es bleiben. Eine Frauenquote lehnt sie strikt ab.

PR-Experten in der Politik sind bei der FDP nicht die Ausnahme. Auch Parteichef Lindner war in dem Feld tätig. Und die FDP ist schon mehrfach durch öffentlichkeitswirksame Kampagnen aufgefallen: Guido Westerwelles 18-Prozent-Aufkleber, Christian Lindner in Schwarz-Weiss als Kophörer-Ikone oder Katja Suding im FDP-gelben Friesennerz. Es sei eben wichtig, Aufmerksamkeit zu schaffen bei den Menschen. Nur so komme man in einen Dialog und am Ende an Stimmen.

Und das Foto im gelben Regenmantel sei übrigens mehr oder weniger per Zufall entstanden. Bei einem langen Shooting habe Suding den "einfach angezogen". "Und ich glaube man sieht, dass ich Spaß dabei habe."

Quelle: n-tv.de, bdk

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