Politik

Verstöße gegen Anti-Hass-Regeln Facebook sperrt rechte "Compact"-Seiten

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Das "Compact"-Magazin darf bei Facebook und Instagram keine Inhalte mehr veröffentlichen.

(Foto: imago images / Tim Wagner)

Mit Verschwörungstheorien und rechtspopulistischen Themen punktet das Magazin "Compact" bei Zehntausenden Menschen. Auf Facebook und Instagram sind die Publikationen nun nicht mehr erreichbar: Im Kampf gegen Hass im Internet haben beide Netzwerke die Accounts des Magazins gelöscht.

Facebook und Instagram haben einem Bericht zufolge die Seiten des in der rechten Szene beliebten "Compact-Magazins" gesperrt. Auf den entsprechenden Accounts heißt es seit Freitagabend, die Seite beziehungsweise der Inhalt seien nicht verfügbar. Eine Facebook-Sprecherin bestätigte dem WDR und dem NDR den nicht angekündigten Schritt. "Wir verbieten Organisationen und Personen unsere Dienste zu nutzen, wenn sie Menschen aufgrund von Merkmalen wie Herkunft, Geschlecht und Nationalität systematisch angreifen. Daher haben wir das 'Compact-Magazin' von Facebook und Instagram entfernt", sagte sie den beiden Sendern.

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"Compact" ist für rechte Verschwörungsmythen bekannt. Es hatte für die an diesem Samstag in Berlin geplante Demonstration gegen die Corona-Politik viel Werbung gemacht. Die Sperrung dürfte für das Magazin ein Schlag sein: Laut WDR und NDR hatten mehr als 90.000 Menschen die rechtspopulistische Seite mit einem Like bewertet. Der Verfassungsschutz ordnet die Publikationen als Teil der "Neuen Rechten" zu, in dem rechtsextremistische bis rechtskonservative Kräfte verortet werden. Seit März schätzt der Inlandsgeheimdienst das Magazin als sogenannten Verdachtsfall ein.

Facebook beruft sich bei der Löschung auf sein eigenes Regelwerk. Man lösche die Seiten von Organisationen, wenn sie gegen die Hassstandards verstießen, heißt es. Facebook steht seit Monaten unter massivem Druck. Zahlreiche Unternehmen weltweit hatten angekündigt, keine Werbung mehr zu schalten, wenn Facebook nicht konsequenter gegen Hass im Netz vorgehe.

Quelle: ntv.de, cri/dpa