Politik

Witwe setzt sich durch Fall Litwinenko wird neu aufgerollt

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Marina Litwinenko hat sich gegen die britische Regierung durchgesetzt. Der Tod ihres Mannes wird neu untersucht.

(Foto: dpa)

Von einem unabhängigen Richter soll der Tod Alexander Litwinenkos vor acht Jahren erneut untersucht werden. Das setzt die Witwe des russischen Doppelagenten durch. Neue Erkenntnisse zum Polonium-Attentat gibt es womöglich noch in diesem Jahr.

Mehr als acht Jahre nach dem mysteriösen Tod des früheren Sowjet-Spions Alexander Litwinenko wird der mutmaßliche Agentenmord öffentlich vor Gericht aufgerollt. Die zu behandelnden Themen seien äußerst schwerwiegend, es gehe "um die Frage einer Verantwortung des russischen Staates für Litwinenkos Tod", sagte der Leiter der Untersuchung, Robert Owen, zur Eröffnung der Anhörungen.

In den kommenden Monaten soll hinter verschlossenen Türen Geheimdienstmaterial ausgewertet werden, Ende des Jahres will Owen einen Bericht vorlegen. Moskau hat bereits klar gemacht, dass es die Ermittlungen nicht unterstützen werde. Marina Litwinenko, die Witwe des mit der radioaktiven Substanz Poloniom 210 vergifteten Doppelagenten, hat die richterliche Untersuchung gegen den Willen der britischen Regierung durchgesetzt. Die Untersuchung in London findet vor einem Richter, aber ohne Angeklagten statt.

Litwinenko: Putin lässt mich ermorden

Alexander Litwinenko hatte sich mit dem Kreml überworfen und später auch für den britischen Geheimdienst MI6 gearbeitet. Am 23. November 2006 starb er in einem Londoner Krankenhaus. Drei Wochen zuvor hatte er in einem Londoner Hotel mit einem russischen Agenten und einem Geschäftsmann Tee getrunken. Die britische Polizei verdächtigt Andrej Lugowoj und Dmitri Kowtun, das Gift in den Tee gemischt zu haben. Moskau weigert sich aber, diese Hauptverdächtigen auszuliefern.

Auf dem Sterbebett soll Litwinenko die Verantwortung für seine Ermordung direkt dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zugewiesen haben. "Ich habe keinen Zweifel daran, dass die russischen Geheimdienste verantwortlich sind", heißt es in einem Vernehmungsprotokoll, das bei einer öffentlichen Anhörung in London verlesen wurde. "Die Anordnung dazu kann nur eine Person geben - der Präsident der russischen Föderation, Wladimir Putin", fuhr Litwinenko laut dem Vernehmungsprotokoll fort.

Der Vorsitzende Richter Owen erwartet einen Abschlussbericht über die mindestens zehn Wochen dauernde Untersuchung, von der Teile hinter verschlossenen Türen stattfinden werden, noch in diesem Jahr.

Quelle: ntv.de, nsc/dpa

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