Politik

Proteste gegen Flüchtlingslager Fernfahrer blockieren "Dschungel" von Calais

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Unter dem Motto "Mon porte est beau. Ma ville est belle." beteiligten sich vor allem Einzelhändler und Hafenarbeiter an dem Protest gegen das wilde Flüchtlingslager.

(Foto: REUTERS)

Im wilden Flüchtlingslager von Calais warten Tausende Menschen auf eine Möglichkeit, nach Großbritannien zu kommen. Fernfahrer und Hafenarbeiter, die von den risikoreichen Versuchen betroffen sind, haben genug und verlangen den sofortigen Abriss.

Hunderte Menschen haben gegen das Flüchtlingslager im nordfranzösischen Calais demonstriert und eine schnelle Schließung gefordert. Fernfahrer fuhren mit Dutzenden Lastwagen extra langsam Richtung Hafenstadt und verursachten lange Staus. Zeitgleich versammelten sich Hunderte Menschen - vor allem Einzelhändler aus Calais und Hafenarbeiter - zu einer Menschenkette.

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Tausende Menschen leben unter miserablen Zuständen in Calais.

(Foto: AP)

Angeführt wurden die Protestler von der konservativen Bürgermeisterin von Calais, Natacha Bouchard. "Wir wollen, dass die öffentliche Ordnung hier wiederhergestellt wird", sagte sie dem Sender BFMTV. Außerdem forderte sie ein konkretes Abrissdatum.

Der französische Innenminister Bernard Cazeneuve hatte am Freitag angekündigt, dass die Hüttensiedlung auf einem Brachland in der Nähe des Hafens aufgelöst wird. Er sagte aber nicht, wann dies geschehen solle.

Lebensgefährliche Flucht

Im auch als "Dschungel" bekannten Lager von Calais sammeln sich seit einiger Zeit Migranten, die nach Großbritannien gelangen wollen. Es sind zuletzt deutlich mehr geworden. Die Behörden sprechen von 6900, Hilfsorganisationen sogar von mehr als 9000 Menschen.

Immer wieder versuchen die Flüchtlinge, etwa mit querliegenden Baumstämmen oder Feuer-Hindernissen den Verkehr zu stoppen, um an Bord von Lastwagen zu klettern, die nach England weiterfahren. Einige versuchen, schwimmend an Bord von Fähren zu gelangen.

Die angespannte Lage und die drohende Schließung gelten immer wieder als Auslöser blutiger Proteste. So kam es im Mai zu Krawallen, an denen sich rund 200 afghanische und sudanesische Flüchtlinge beteiligten. 20 Flüchtlinge, drei Freiwillige und ein Polizist wurden dabei verletzt - sie trugen überwiegend Schnittverletzungen davon. Eine Person wurde angeschossen.

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Quelle: n-tv.de, chr/AFP/dpa

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