Politik

1,7 Millionen Ukrainer in Polen Flüchtlingslage in Osteuropa spitzt sich zu

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Vor allem in Polen suchen die Menschen derteit Schutz.

(Foto: IMAGO/ZUMA Wire)

Viele Ukrainer stranden auf der Flucht vor dem Krieg zunächst in den osteuropäischen Nachbarländern - etwa in Polen oder Moldau. Die kleine Republik ruft nach Hilfe. Die Bundesregierung sichert Unterstützung zu.

Immer mehr Menschen bringen sich vor dem Krieg in der Ukraine in Sicherheit - vor allem in Polen. Fast 1,7 Millionen Menschen sind bereits in dem Nachbarland der Ukraine angekommen, wie der polnische Grenzschutz auf Twitter mitteilte. Allein am Samstag hätten rund 79.800 Menschen die Grenze überschritten, fünf Prozent mehr als am Vortag.

Auch in der kleinen Republik Moldau landen viele Flüchtlinge - das Land ruft deshalb nach ausländischer Hilfe. Außenministerin Annalena Baerbock kündigte bei einem Besuch vor Ort an, 2500 Flüchtlinge direkt nach Deutschland holen zu wollen. Innenministerin Nancy Faeser sicherte zu, die Aufnahme in den nächsten Tagen "schnell und unbürokratisch" umzusetzen.

Deutschland arbeitet zudem nach Angaben Baerbocks gemeinsam mit internationalen Partnern an einer Art Luftbrücke für ukrainische Flüchtlinge aus Moldau. Eine solche Möglichkeit sei "absolut sinnvoll", um das Land zu entlasten und die Ankommenden in andere Staaten zu verteilen, sagte die Grünen-Politikerin am Samstag nach einem Treffen mit dem moldauischen Außenminister Nicu Popescu in der Landeshauptstadt Chisinau.

300.000 Menschen in Moldau

Baerbock rief die internationale Gemeinschaft zur stärkeren Unterstützung der ukrainischen Nachbarländer bei der Aufnahme von Kriegsflüchtlingen auf. Für die Verteilung der Flüchtlinge aus Moldau sei auch ein Korridor mit Bussen und Zügen über Rumänien im Aufbau, machte Baerbock deutlich. Zudem sollten Menschen direkt aus dem Land ausgeflogen werden oder über Nachbarländer mit größeren Kapazitäten an den Flughäfen. Dies könne auch über den Atlantik geschehen - also in die USA oder nach Kanada. Die EU habe für Moldau Soforthilfen von fünf Millionen Euro zur Verfügung gestellt, die Bundesregierung nochmals drei Millionen Euro zusätzlich.

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Baerbock besuchte in Chisinau eine Aufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge. Die ehemalige Sowjetrepublik Moldau ist eines der wirtschaftlich schwächsten Länder Europas. Popescu sagte, das Land benötige weitere ausländische Hilfe zur Sicherung der Stabilität und zur Bewältigung der humanitären Kosten. Moldau habe bisher rund 300.000 Menschen aus der Ukraine aufgenommen, von denen mehr als 100.000 noch im Land seien.

Mehr als 135.000 Flüchtlinge in Deutschland

Immer mehr Kriegsflüchtlinge kommen auch in Deutschland an. Seit Beginn des Angriffs wurden 135.526 Menschen aus der Ukraine registriert, wie das Bundesinnenministerium mitteilte. Das seien Zahlen der Bundespolizei, die momentan verstärkt kontrolliere, hieß es. Da aber keine festen Grenzkontrollen an den Binnengrenzen stattfänden, könne die Zahl der nach Deutschland eingereisten Kriegsflüchtlinge tatsächlich bereits wesentlich höher sein. Die Staatsministerin für Migration, Reem Alabali-Radovan, sicherte eine unbegrenzte Aufnahme von Flüchtlingen aus der Ukraine zu. "Deutschland wird allen Menschen Schutz bieten, die aus der Ukraine zu uns fliehen", sagte die SPD-Politikerin den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Quelle: ntv.de, awi/dpa

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