Politik

Strenge Regeln bis 11. Mai Frankreich verlängert die Ausgangssperre

imago99343740h.jpg

Weitere vier Wochen ruht das Leben in Paris und dem Rest Frankreichs weitgehend.

(Foto: imago images/Xinhua)

Die Zahl der Covid-19-Patienten auf französischen Intensivstationen sinkt den fünften Tag in Folge. Trotzdem verlängert Macrons Regierung die Ausgangssperre um weitere vier Wochen. Und auch dieses Datum muss noch nicht das Ende sein.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat bekannt gegeben, dass die strengen Ausgangsbeschränkungen im Kampf gegen Covid-19 bis zum 11. Mai verlängert werden. Es gebe Hoffnung, sagte er in seiner dritten Fernsehansprache innerhalb weniger Wochen um kurz nach 20 Uhr. Doch in der Region Grand Est oder im Großraum Paris seien die Krankenhäuser überlastet. Der Präsident bedankte sich bei allen, die sich an die Regeln halten. Er wisse, dass dies noch schwieriger sei, wenn man in einer engen Wohnung lebe. Der 11. Mai als Ende der Ausgangsbeschränkungen sei aber nur möglich, wenn sich die Menschen weiter verantwortungsbewusst verhalten, warnte er.

*Datenschutz

"Der 11. Mai wird der Beginn einer neuen Etappe sein", sagte Macron weiter. Ab dann sollen Schulen und Kindergärten schrittweise wieder öffnen. Restaurants, Cafés oder Hotels sollen aber vorerst geschlossen bleiben. Auch Senioren oder chronisch Kranke sollen dann weiterhin zu Hause bleiben. Ab dem 11. Mai solle es genug Kapazitäten geben, um alle Menschen mit Symptomen zu testen. Wer das Virus hat, solle dann in Quarantäne. Macron sprach sich auch für eine anonyme Anti-Corona-App auf freiwilliger Basis aus.

Die strengen Regeln gelten bereits seit dem 17. März und wurden schon einmal verlängert. Die Französinnen und Franzosen dürfen nur das Haus verlassen, wenn es unbedingt nötig ist. Spaziergänge, Gassigehen oder Sport sind nur eine Stunde pro Tag im Radius von einem Kilometer zur Wohnung erlaubt. Zur Arbeit können nur diejenigen, bei denen kein Homeoffice möglich ist. Wer sich den Vorlagen widersetzt, riskiert ein Bußgeld von mindestens 135 Euro.

Zahl der Intensiv-Patienten rückläufig

Frankreich ist eines der am schwersten von der Pandemie betroffenen Länder in Europa. Die Zahl der Corona-Toten stieg am Sonntag auf insgesamt 14.967. Am fünften Tag in Folge ist die Zahl der Menschen, die auf der Intensivstation behandelt werden, allerdings leicht rückläufig. Die Behörden sprechen von einem "hohen Plateau".

Inmitten der schweren Krise erlaubte es das Innenministerium am Samstag, dass die Franzosen künftig ihr Haus verlassen dürfen, um ein Haustier aus einem Tierheim aufzunehmen. "Es wurde beschlossen, dass für Fahrten zur Adoption von Tieren aus Tierheimen Toleranz gewährt wird", teilte das Innenministerium in Paris mit. Das Ministerium reagierte damit auf einen Aufruf des Tierschutzvereins SPA. Der Verein, der vor drei Wochen seine mehr als 60 Tierheime schließen musste, hatte die Regierung um eine Ausnahmegenehmigung gebeten, da in zahlreichen überfüllten Tierheimen tausende Tiere auf ein neues Zuhause warteten.

Quelle: ntv.de, nan/dpa