Politik

Expertenrat startet Für Biden hat Corona oberste Priorität

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Neun Monate nach dem Ausbruch der Pandemie in den USA wütet das Coronavirus stärker denn je.

(Foto: AP)

In den USA stecken sich derzeit täglich weit über 100.000 Menschen mit dem Coronavirus an. Unwahrscheinlich, dass die Pandemie unter Kontrolle ist, wenn Joe Biden am 20. Januar die Regierungsgeschäfte übernimmt. Der neu gewählte Präsident stellt deshalb jetzt schon die Weichen.

Amtsinhaber Donald Trump will Joe Bidens Wahlsieg nicht anerkennen. Aber der Demokrat beginnt unbeirrt mit den Vorbereitungen, im Januar die Regierungsgeschäfte zu übernehmen. Die Top-Priorität zu Beginn seiner Amtszeit dürfte die Corona-Krise sein.

"Ab dem ersten Tag bereit" - das verspricht die neue Webseite des frisch gewählten US-Präsidenten Biden. Und vor seinem offiziellen Amtsantritt will der Demokrat schon Pflöcke einrammen: Am Montag will er einen Expertenrat zur Eindämmung der Corona-Pandemie vorstellen. Sein Ziel ist es, schon am Tag seiner Amtseinführung am 20. Januar einen Aktionsplan zur Überwindung der Corona-Krise auf den Weg zu bringen.

"Ich will, dass es jeder weiß: Wir werden unseren Plan, das Virus unter Kontrolle zu bringen, an unserem ersten Tag in Kraft setzen", kündigte Biden am Samstagabend in seiner Siegesrede in seinem Heimatort Wilmington an. Der Expertenrat solle eine Doppelspitze bekommen, erklärte Bidens Sprecherin Kate Bedingfield im Sender NBC News. Geleitet werden soll sie von Vivek Murthy und David Kessler. Murthy war von 2014 bis 2017 oberster Gesundheitsbeamter der US-Regierung, Kessler leitete früher die Lebens- und Arzneimittelbehörde FDA. Sie hätten seit März in der Pandemie beraten, sagte Bedingfield.

Biden will auf die Wissenschaft hören

Die Pandemie und die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise dürften zu Beginn seiner Amtszeit Bidens größte Herausforderung sein. Biden hat den Wählern versprochen, auf die Empfehlungen der Wissenschaft zu hören, um das Infektionsgeschehen einzudämmen. Ohne das Virus zu besiegen, "können wir die Wirtschaft nicht reparieren, die Dynamik nicht wiederherstellen, oder die schönsten Momente des Lebens genießen", sagte Biden am Samstag. Alle Generationen einer Familie müssten sich wieder treffen können, Geburtstagsfeiern und Hochzeiten müssten wieder möglich sein, forderte Biden. Er werde dafür "keine Mühe oder Verpflichtung scheuen", versprach Biden.

Die Pandemie ist in den USA, einem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern, weiter völlig außer Kontrolle. Zuletzt meldeten die Behörden dort im Schnitt rund 100.000 Neuinfektionen pro Tag. Daten der"New York Times" zufolge gab es in den USA seit Beginn der Pandemie mehr als zehn Millionen bestätigte Infektionen und mehr als 238.000 damit zusammenhängende Todesfälle. Biden wirft Trump im Zusammenhang mit dem Coronavirus völliges Versagen vor und macht ihn für den Tod Tausender Amerikaner verantwortlich.

US-Medien berichteten, dass Bidens Team darüber hinaus bereits eine Reihe von Verfügungen zu anderen Politikbereichen plane, die der Präsident im Januar umgehend nach seiner Vereidigung unterschreiben wolle. Unter anderem soll er manche von Trumps strikten Einwanderungsregeln kippen wollen und die Rückkehr in das internationale Klimaschutzabkommen von Paris veranlassen, berichtete die "New York Times".

Quelle: ntv.de, ino/dpa