Politik

Für mehr Ausdauer und Kraft Russland will Exoskelette für Ukrainekrieg testen

Ein Soldat neben einem russischen Prototyp eines Exoskeletts.

Ein Soldat neben einem russischen Prototyp eines Exoskeletts.

(Foto: AP)

Berichte über die schlechte Ausrüstung der Moskauer Truppen häufen sich: Nun sollen sich allerdings geheime Militäreinheiten um den Einsatz futuristischer Kampfanzüge bemühen. Diese sollen etwa helfen, Granaten schneller zu laden. Der russische Staatskonzern Rostec will schon Hunderttausende an das Militär geliefert haben.

Geheime russische Militäreinheiten wollen noch in diesem Jahr Exoskelette (Roboteranzüge) testen, die den in der Ukraine kämpfenden Soldaten eine bessere Ausdauer und Kraft verleihen sollen. Das berichtet der "Telegraph" unter Bezugnahme auf Ekzo Solutions, die diese Anzüge herstellen.

Maxim Skokov, Geschäftsführer des russischen Unternehmens, erklärt demnach gegenüber der russischen Nachrichtenagentur RIA Novosti, dass sein Unternehmen von "Spezialagenturen" angesprochen worden sei - der "Telegraph" vermutet, dass es sich um Geheimdienste oder private Militärgruppen handelt -, die ihre Ausrüstung auf den Schlachtfeldern der Ukraine testen und möglicherweise einsetzen wollten.

Exoskelette sind futuristische Roboteranzüge, diese befinden sich weltweit in der Entwicklung und sollen es Truppen ermöglichen, zusätzliches Gewicht oder Panzerschutz zu tragen. "Die Artilleristen sind an Exoskeletten interessiert, um das Gewicht der Granaten beim Laden zu verringern", sagte Skokov weiter. "Wir werden im November oder Dezember Tests auf einem Truppenübungsplatz durchführen, wobei ein potenzieller Kunde die Wirksamkeit unserer Ausrüstung in der Praxis testen wird."

Rostec behauptet, 300.000 Exoskelette ausgeliefert zu haben

Laut der britischen Zeitung baut Ekzo Solutions bereits relativ erschwingliche partielle Exoskelette und Gurte, die in der Industrie eingesetzt werden. Skokov gibt demnach an, bereits 50 Exoskelette pro Monat herzustellen. "Aber wenn nötig, werden wir in der Lage sein, die Produktion schnell zu steigern."

Ekzo Solutions ist Teil des russischen Staatskonzerns Rostec, der vom russischen Präsidenten Wladimir Putin gegründet wurde. 2018 stellte Rostec den ersten in Russland produzierten Kampfanzug vor. Die gepanzerten Anzüge, darunter das Modell "Warrior", wurden dem Bericht zufolge in Syrien während der russischen Militäroperation getestet. Rostec behauptete, in den letzten Jahren 300.000 Exoskelette an das russische Militär geliefert zu haben. Allerdings wurden noch keine solchen Anzüge während des russischen Angriffskriegs in der Ukraine gesehen, schreibt das Blatt.

Der Bericht über die futurischen Anzüge kommt zu einer Zeit, wo es zunehmende Kritik an der mangelhaften Ausstattung Tausender russischer Soldaten in der Ukraine gibt. So teilte der britische Geheimdienst mit, dass den Moskauer Truppen die Ausrüstung und die Munition ausgeht. Außerdem tauchten im September Videos von Soldaten auf, die sich darüber beschwerten, dass es ihnen an Wasser und Essen fehle.

(Dieser Artikel wurde am Dienstag, 08. November 2022 erstmals veröffentlicht.)

Quelle: ntv.de, ysc

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