Politik

Krankenhausgesellschaft drängt Gaß fordert berufsbezogene Impfpflicht

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Gaß sieht die öffentliche Diskussion der Parteien kritisch. Diese sollten das Thema intern diskutieren und dann eine klare Entscheidung treffen.

(Foto: imago images / Horst Galuschka)

Hinsichtlich der Einführung einer berufsbezogenen Impfpflicht sind sich die Ampel-Parteien weiter uneinig. Der Vorsitzende der Krankenhausgesellschaft Gaß drängt jetzt auf eine "schnelle und klare Entscheidung", insbesondere im Gesundheitswesen. Mit jedem Corona-Intensivfall verschärfe sich die Lage.

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft dringt auf die rasche Einführung einer berufsbezogenen Impfpflicht. "Es gibt keine Alternative in der derzeitigen Lage, in der die Krankenhäuser an ihre Grenzen kommen", sagte deren Vorsitzender Gerald Gaß dem Düsseldorfer "Handelsblatt". Er forderte darüber eine "schnelle und klare Entscheidung" der Politik, insbesondere für die medizinischen Berufe.

"Die öffentliche Diskussion der Parteien über das Für und Wider ist da kontraproduktiv, da es Impfgegner in ihrer Haltung bestärkt", sagte Gaß dazu weiter. Besser wäre "das Thema intern zu diskutieren und dann eine schnelle und klare Entscheidung zu treffen". Die Ampel-Parteien SPD, Grüne und FDP konnten sich bislang nicht auf die Einführung einer Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen oder Einrichtungen verständigen und haben eine Entscheidung darüber zunächst verschoben.

Gaß verwies in diesem Zusammenhang auf die angespannte Lage, insbesondere auf den Intensivstationen. Zwar gebe es "nicht den einen Wert, an dem wir sagen: Jetzt bricht das gesamte Gesundheitssystem zusammen". Bereits jetzt gebe es dafür aber "in einigen Regionen erste Anzeichen", etwa in Bayern und Thüringen und "mit jedem Corona-Intensivfall verschärft sich diese Lage".

"Jede Impfung zählt"

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Für eine Impfpflicht für Beschäftigte im Gesundheitssektor plädiert nun auch der anfangs in dieser Frage zurückhaltende Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus. "Sehr lange haben wir auf Überzeugung gesetzt. Leider reichen die derzeitigen Impfquoten trotz aller Appelle und ausreichend Impfstoff dennoch nicht aus", sagte er der "Rheinischen Post". "Erneut sterben jeden Tag Hunderte Menschen, die sich mit Corona infiziert haben. Da müssen wir sehr genau abwägen, ob das individuelle Interesse an einer freien Entscheidung über eine Impfung weiterhin Vorrang haben kann."

Westerfellhaus forderte zunächst eine zentrale Erfassung darüber, wie viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Gesundheitseinrichtungen gegen das Corona-Virus geimpft sind. Er begrüßte, dass über eine Impfpflicht nun offen diskutiert werde. "Jede Impfung zählt und wenn wir über eine Impfpflicht für die Beschäftigten des Gesundheitswesens nachdenken, muss die vom Arzt bis hin zum Koch gelten", sagte der Pflegebeauftragte weiter.

Quelle: ntv.de, mbu/AFP

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