Politik

Hohe Umfragewerte der AfD Gauland nennt Flüchtlingskrise "Geschenk"

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(Foto: picture alliance / dpa)

Das Umfragetief aus der Jahresmitte ist für die AfD Geschichte. Jüngst erreichen die Rechtspopulisten 10,5 Prozent und sind damit erstmals drittstärkste Kraft. Parteivize Gauland macht keinen Hehl daraus: Zu verdanken hat die Partei das der Flüchtlingskrise.

Angesichts der vergangenen schlechten Umfragewerte für die AfD sieht ihr Vizevorsitzender Alexander Gauland die Flüchtlingskrise als "Geschenk" für die Partei. "Natürlich verdanken wir unseren Wiederaufstieg in erster Linie der Flüchtlingskrise", sagte er dem "Spiegel". "Man kann diese Krise ein Geschenk für uns nennen", sagte er. "Sie war sehr hilfreich." Die Alternative für Deutschland lag im Sommer wegen eines Führungs- und Richtungsstreits und einer Abspaltung in Umfragen bei 3 Prozent. Kürzlich wurde sie in einer Umfrage mit 10,5 Prozent erstmals drittstärkste Partei in Deutschland.

Diese Einschätzung bestätigt auch eine Befragung des Forsa-Instituts. Denmach legt die AfD besonders in Ostdeutschland angesichts anhaltend hoher Flüchtlingszahlen in der Wählergunst offenbar kräftig zu. "Von denen, die jetzt an die Urnen gehen würden, bekäme die AfD in Ostdeutschland 16 Prozent und in Bayern zehn Prozent", sagt der Chef des Forsa-Instituts, Manfred Güllner.

Angesichts hoher Umfragewerte der AfD sieht CDU-Parteivize Armin Laschet alle etablierten Parteien in der Pflicht. "Die AfD ernst zu nehmen, ist eine Aufgabe, die alle demokratischen Parteien haben", sagte Laschet im ZDF. Dabei müssten sie ihre Politik besser erklären, statt über Begriffe zu streiten. Laschet bezog sich dabei etwa auf die Diskussion um eine "Obergrenze" für die Aufnahme von Flüchtlingen, die von einigen Unionspolitikern und der CSU gefordert, von der CDU-Spitze und der SPD aber abgelehnt wird.

Quelle: n-tv.de, jki/dpa/rts