Politik

Tango als Demütigung Geisel musste mit Jihadi John tanzen

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Jihadi John: Mehrere Ex-Geiseln berichteten bereits von der Grausamkeit des IS-Schergen.

(Foto: AP)

Der dänische Fotograf Daniel Rye Ottosen wurde als Geisel vom IS in Syrien gefangen gehalten. Einer seiner Peiniger war Jihadi John - und von dem berichtet Ottosen nach seiner Freilassung Unglaubliches.

Über ein Jahr lang hielt die Terrormiliz Islamischer Staat den dänischen Fotografen Daniel Rye Ottosen in Syrien in Geiselhaft. In einem Interview mit Danmarks Radio berichtete er, dass er viele Male gefoltert worden sei. Die Rebellen hätten damit ein Geständnis von ihm erreichen wollen, dass er ein CIA-Spion sein.

Unter anderem berichtete Rye Ottosen von einem äußerst bizarren Vorfall. Dabei zwang ihn der als Jihadi John bekannt gewordene IS-Henker dazu, mit ihm zu tanzen. Der gebürtige Brite, der inzwischen als Mohammed Emwazi identifiziert wurde, sei zu ihm gekommen und habe gefragt: "Willst Du tanzen?"

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Mit diesem Bild sammelt Rye Ottosens Schwester Spenden für ihren Bruder. Er ist wegen des Lösegeldes hoch verschuldet.

(Foto: Facebook/Anita Rye)

Dann musste Rye Ottosen mit ihm Tango tanzen. "Ich schaute die ganze Zeit auf den Boden, denn ich wollte ihn nicht ansehen. Wenn man ihnen in die Augen sah, wurde man nur noch mehr geschlagen", berichtete die Ex-Geisel.

Unberechenbar und grausam

"Also hatte ich den Kopf unten und die Arme oben, und er führte mich rund um das Gefängnis, und dann änderte sich wieder alles und er warf mich nieder und trat und schlug mich." Der dänische Fotograf war am 17. Mai 2013 in die Gewalt des IS geraten, als er nahe der syrisch-türkischen Grenze die Leiden der Zivilbevölkerung in dem Konflikt dokumentieren wollte. Am 19. Juni 2014 ließ ihn die Terrormiliz schließlich frei. Die Familie des Dänen zahlte dafür zwei Millionen Euro Lösegeld.

Der furchtbare Tanz habe damit geendet, dass ihm Jihadi John drohte, seine Nase mit einem Seitenschneider abzutrennen. Nach Aussagen von Rye Ottosen seien solche Vorkommnisse Teil der erniedrigenden Foltermethoden gewesen, mit denen Jihadi John die Gefangenen des IS terrorisierte. Jihadi John genieße es, seine Opfer zu demütigen. Sie seien von drei britischen Entführern bewacht worden, die sie nach den Beatles - George, Ringo und John - genannt hätten. Die drei hätten gestunken, sodass die Gefangenen ihre Peiniger oft schon riechen konnten, bevor sie sie zu Gesicht bekamen.

Rye Ottosen wurde unter anderem gemeinsam mit dem US-Amerikaner James Foley festgehalten, den Jihadi John später grausam umbrachte. Nach seiner Freilassung berichtete Rye Ottosen, Foley sei ein "sehr, sehr guter Freund" gewesen. Später reiste der Däne unter anderem zu einer Trauerfeier für Foley in die USA. Die USA hatten sich geweigert, Lösegeld an den IS zu zahlen.

Quelle: ntv.de, sba

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