Politik

"Risiko eines Konflikts"Top-Militärs warnen vor Russland

16.02.2026, 14:22 Uhr
00:00 / 03:13
RUSSIA-TRANSBAIKAL-REGION-NOVEMBER-13-2025-T-72-tanks-take-part-in-live-fire-exercises-at-the-Krasny-Yar-range-of-the-Eastern-Military-District
Russland rüstet weiter auf, die Nato will nachlegen. (Foto: IMAGO/ITAR-TASS)

Viele Experten halten einen Angriff Russlands auf Nato-Staaten nicht für unwahrscheinlich. Es gibt Anzeichen, sind sich internationale Spitzenmilitärs sicher. Aus dem Krieg in der Ukraine würde Russland bereits seine Schlüsse ziehen.

Der Generalinspekteur der Bundeswehr hält einen russischen Angriff nicht für unwahrscheinlich. Spitzenmilitärs aus Deutschland und Großbritannien rufen die Europäer eindringlich dazu auf, sich für einen möglichen russischen Angriff zu rüsten, warnen Carsten Breuer, und der Chef des Generalstabs der britischen Streitkräfte, Richard Knighton, in einem gemeinsamen Appell.

"Als Militärführer sehen wir jeden Tag - gestützt auf Geheimdienstinformationen und offene Quellen -, wie Russland seine militärische Ausrichtung zunehmend nach Westen verlagert. Die Streitkräfte rüsten auf, ziehen Lehren aus dem Krieg in der Ukraine und reorganisieren sich so, dass das Risiko eines Konflikts mit Nato-Staaten steigen könnte", schreiben Breuer und Knighton in einem Gastbeitrag für die Zeitungen "Welt" und "Guardian". "Moskaus militärische Aufrüstung, verbunden mit seiner Bereitschaft, Krieg auf unserem Kontinent zu führen, (...) erhöht das Risiko und verlangt unsere gemeinsame Aufmerksamkeit."

Deshalb sei es entscheidend, die Bedrohung klar zu kommunizieren, so die Top-Militärs. "Wenn Russland Europa als schwach oder gespalten wahrnimmt, könnte es sich ermutigt fühlen, seine Aggression über die Ukraine hinaus auszuweiten." Die gute Nachricht: "Europa ist stark. Die Nato ist das erfolgreichste Militärbündnis der Geschichte, und heute ist die militärische Macht der Nato unübertroffen."

Dennoch sei es eine Konsequenz, nicht nur für eine "Stärkung der militärischen Einsatzbereitschaft", sondern auch für einen Ausbau der europäischen Rüstungsindustrie zu werben, so die beide Autoren. "Die Ukraine zeigt uns, dass industrielle Fähigkeiten entscheidend sind, um einen großen Krieg durchzuhalten und letztendlich zu gewinnen", erläutern Breuer und Knighton und betonen: "Aufrüstung ist kein Kriegstreiben, sondern das verantwortungsvolle Handeln von Nationen, die entschlossen sind, ihre Bevölkerung zu schützen und den Frieden zu bewahren."

Die Nato will in den kommenden zwei Jahren an der Grenze zu Russland massiv aufrüsten, deutlich mehr Waffen einlagern und eine menschenleere "automatisierte Zone" schaffen. "Wir werden spürbar größere Vorräte als bisher in den Nato-Grenzstaaten zu Russland sehen", sagte Bundeswehr-Brigadegeneral Thomas Lowin der "Welt". Dazu gehörten beispielsweise "Waffen- und Munitionsdepots zur Wiederbewaffnung der Verteidigungssysteme in der automatisierten Zone, aber auch zur Ausrüstung der Nato-Streitkräfte", sagte der Vizechef des Stabes für Operationsführung im Nato-Landkommando im türkischen Izmir.

Quelle: ntv.de, mba/dpa

MilitärRusslandRüstungsindustrieRüstungAngriff auf die UkraineKriege und KonflikteReaktionen und Statements