Politik

Verstoß gegen Auflagen Gericht befindet Assange für schuldig

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Julian Assange bei seinem Transport ins Gericht: Der Wikileaks-Gründer könnte zwölf Monate in Haft kommen.

(Foto: dpa)

Sieben Jahre harrt Wikileaks-Gründer Assange in der ecuadorianischen Botschaft in London aus. Dann geht es plötzlich schnell: Quito beendet das Asyl des Australiers, die Polizei greift zu und stellt ihn vor Gericht. Nun droht Assange das, was er stets befürchtet hat: die Auslieferung an die USA.

Ein britisches Gericht hat Wikileaks-Gründer Julian Assange in London für schuldig befunden, gegen seine Kautionsauflagen verstoßen zu haben. Ihm wird vorgeworfen, sich unrechtmäßig seiner Auslieferung an Schweden entzogen zu haben. Dafür droht ihm eine Haftstrafe von bis zu zwölf Monaten.

Assange hatte in der kurzen Verhandlung zuvor auf nicht schuldig plädiert. Sein Anwalt argumentierte, der heute 47-Jährige habe sich den Behörden entziehen müssen, da ihn kein fairer Prozess erwarte und er an die USA ausgeliefert werden solle. Der Richter am Westminster Magistrates' Court wies das als "lachhaft" zurück. Ein Datum für das Urteil steht noch nicht fest, bis dahin soll Assange in Gewahrsam bleiben. Am 2. Mai soll es vor dem selben Gericht um das Auslieferungsgesuch der USA gehen.

Der 47-jährige Australier werde das US-Gesuch "anfechten und bekämpfen", sagte Assanges Anwältin Jennifer Robinson in der britischen Hauptstadt. Zudem habe ihr Assange aufgetragen, eine Botschaft an seine Unterstützer zu übermitteln. "Er sagte: 'Ich habe es euch gleich gesagt.'"

Die Polizei hatte den 47-Jährigen am Donnerstagmorgen in der Botschaft Ecuadors festgenommen, wohin er sich vor sieben Jahren aus Furcht vor einer Auslieferung an Schweden wegen Vergewaltigungsvorwürfen und einer Überstellung an die USA geflüchtet hatte. In den USA drohen Assange im Fall einer Verurteilung bis zu fünf Jahre Haft. Wikileaks hatte dort 2010 für eine Sensation gesorgt, indem die Plattform Hunderttausende geheime Dokumente aus der Kommunikation von US-Botschaften veröffentlichte.

May begrüßt Festnahme

Assange ist in diesem Zusammenhang wegen Verschwörung mit der Whistleblowerin Chelsea Manning zur Attacke auf Regierungscomputer angeklagt. Konkret werde Assange beschuldigt, Manning dabei geholfen zu haben, ein Passwort eines Computernetzwerks der Regierung zu knacken, hieß es in einer Mitteilung des Justizministeriums. Ihm drohe eine maximale Haftstrafe von fünf Jahren.

Großbritannien bestätigte unterdessen, dass Assange nicht an die USA ausliefert wird, wenn ihm dort die Todesstrafe droht. Das gelte "unter allen Umständen", und auch für Assange, sagte der Staatssekretär im britischen Außenministerium Alan Duncan dem Sender Sky News. Die britische Premierministerin Theresa May begrüßte im Parlament in London die Festnahme. Der Fall sei nun eine Sache der Gerichte, sagte sie. Damit zeige sich, dass niemand über dem Gesetz stehe.

Quelle: n-tv.de, jog/fzö/dpa/AFP

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